Matthias Lehmann ist Partner pro ressource - Finanzierungsoptima

Auswirkungen von Krisen auf den Finanzierungs- und Kapitalmarkt

Publiziert

Krisen gab und wird es auch in Zukunft wieder geben. Welche Vorkehrungen kann ein Unternehmen treffen, um krisenresistenter zu sein?

Krisen gab und wird es auch in Zukunft immer wieder geben. Die aktuelle Corona-Krise mit dem eingeführten "Lockdown" ist historisch sicherlich speziell, wenn nicht sogar einmalig. Viele Unternehmen, aber auch die Menschen dahinter, bringt das in schwierige Situationen, die finanzielle Seite ist eine davon. Dank der Bürgschaftskredite des Bundes ist das Überleben vieler Unternehmen, zumindest für den Moment, sichergestellt. Trotzdem bringt es einige Unternehmen an den Rand des Ruins. Es stellt sich somit die Frage, welche Vorkehrungen in finanzieller Hinsicht ein Unternehmen bis zu einem gewissen Punkt krisenresistenter macht.

Die Volatilität des Finanzierungs- und Kapitalmarktes 
Die Märkte waren gerade nach geopolitischen Ereignissen schon immer sehr volatil. Seit der starken aktiven Einflussnahme, unter anderem der Nationalbanken nach der Finanzkrise 2008, sind die Märkte aber zunehmend unberechenbarer geworden. Zinsen und Märkte steigen und fallen oft nicht mehr so, wie es in der Theorie gelernt wird. Auch die Schweizerfranken Zinsen sind auf einem weiterhin historisch sehr tiefen Niveau. Durch die Einführung der Negativzinsen wird für Kapital nicht mehr Zins bezahlt, sondern teilweise sogar Strafzinsen verrechnet. 
Zwei Parameter sind in der Regel für Kapitalnehmer relevant: Die Höhe der zu bezahlenden Zinsen und die Verfügbarkeit des Kapitals im Markt. Letzteres führt dazu, ob es einfacher oder schwerer ist an Liquidität zu kommen. Bis kurz vor der Krise war mehr als genug Liquidität vorhanden, die Märkte wurden in den vergangenen Jahren mit Kapital überschwemmt, und die Zinsen und Spreads kamen dadurch enorm unter Druck. Dies hatte primär für Kapitalnehmer den Vorteil, dass sich dank neuer Teilnehmer im Finanzierungsmarkt, wie Pensionskassen und Versicherungen, neue Türen geöffnet haben. Banken auf der anderen Seite mussten aufgrund immer strenger werdender Regulatoren vermehrt neue Richtlinien einführen.
Die Corona-Krise brachte dann die Wende: Alle wollten nur noch Cash. Es wurden enorme Summen aus dem Markt genommen, liquide Staatsanleihen verkauft und verfügbare Kreditlimiten gezogen, um gewappnet zu sein, sollte ein Liquiditätsengpass entstehen oder Banken nicht mehr in der Lage sein, Kredit zu sprechen. Selbst für grössere Cash-Bestände wurden bei Banken wieder Zinsen bezahlt. Die Banken benötigten zudem enorm viel Kapital für die Auszahlung der in Not geratenen Unternehmen, was direkten Einfluss auf die Liquidität im Markt hatte. Auch die Kreditvergabe wurde aufgrund des Stillstands vieler Unternehmen konservativer, die Ratings verschlechterten sich teilweise deutlich. Diese Faktoren führten zu einer starken Illiquidität im Markt, welche wiederum zu einem raschen Zinsanstieg führte.
Zusammenfassend: Der Markt reagiert sehr sensitiv und unterschiedlich auf Krisen, gerade wenn sie, wie bei der Corona-Krise, mit viel Unsicherheit verbunden ist. Für Kapitalgeber hat dies zur Folge, dass es schwieriger sein kann an Kapital zu kommen und die Kosten für das Kapital steigen. Im schlimmsten Fall werden die Märkte komplett illiquid, was zu starken Liquiditätsengpässen führen kann.

Welche Vorkehrungen kann oder sollte ein Unternehmen treffen?
Bei der "klassischen" Liquiditätsplanung gilt es zuerst, den operativ benötigten Liquiditätspuffer für den Normalbetrieb zu bestimmen. Dieser hilft, auch in einer krisenfreien Zeit nicht in einen Liquiditätsengpass zu geraten. Dieser Liquiditätspuffer ist verbunden mit dem Liquiditätszyklus, mit den zwei Dimensionen Geld und Zeit, welcher den Zeitraum zwischen der Bezahlung von eingekauften Ressourcen und der Bezahlung der damit erstellten Leistung durch den Kunden beschreibt. Weiter gehört auch eine langfristige Investitionsplanung dazu, um für zukünftige grössere Investitionen, zum Beispiel in das Anlagevermögen, gewappnet zu sein. 
Der Liquiditätspuffer kann mittels Cash (Kasse+Bank+Post) aufgebaut oder mittels einer Betriebskreditlimite bei der Bank gesichert werden. Die Betriebskreditlimite ist in der Regel "Blanco", das heisst, ohne Besicherung und rein Cash-flowbasiert. Für die Freigabe einer Betriebskreditlimite berechnet die Bank ein internes Rating, welches von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Eine wichtige Zahl dabei ist der EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), also die Ertragskraft des Unternehmens, welche die Basis ist für die Berechnung der maximalen Verschuldungskapazität. Während der Corona-Krise, wo der Cashflow bei vielen Unternehmen deutlich abnahm oder teilweise aufgrund einer verordneten Schliessung sogar auf 0 ging, stellte dies viele  Unternehmen, welche nicht über genügend Liquidität verfügten, vor ein Problem. Aufgrund des fehlenden Cashflows und daraus resultierend des schlechteren Ratings, wurde es auch für sonst ertragsstarke Unternehmen plötzlich schwierig an Kapital zu kommen. Auch bestehende Betriebskreditlimiten waren im Risiko, da diese in der Regel nicht kommittiert sind. Banken können diese bei einer Verschlechterung des Ratings kündigen. 
Die vom Bund verbürgten Corona-Kredite haben sicher dazu beigetragen, dass sich viele Unternehmen effizient über die Banken Liquidität beschaffen konnten. Doch auch diese Kredite sind begrenzt und je nach Verlauf des Lockdowns nicht ausreichend. Der Aufbau oder die Erweiterung eines Liquiditätspuffers (Kasse+Bank+Post) erscheint naheliegend, auch eine zusätzliche Cash-Reserve über dem normalen Liquiditätsbedarf. In Nicht-Krisenzeiten stellt Unternehmen dies vor einen "Tradeoff". Zusätzliche Liquidität gibt in Krisenzeiten Sicherheit, allerdings entstehen Opportunitätskosten auf dem nicht gebrauchten Kapitalpuffer. Auf der anderen Seite kann ein Liquiditätsengpass zu hohen Finanzierungskosten führen (Kredite sind in schwierigen Situationen eher teurer) oder gar im Konkurs enden, wenn die Kapitalaufnahme nicht mehr möglich ist.

Fazit
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Liquiditätssituation ist sehr wichtig. Krisen, wie die aktuelle Corona-Krise, sind  unberechenbar, und der Verlauf ist jeweils anders. Der Einfluss auf den Finanzierungs- und Kapitalmarkt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Gewisse Möglichkeiten, wie die Aufnahme von Liquidität, können sich plötzlich als schwierig oder gar unmöglich herausstellen. Eine gute Planung, sauber verhandelte Verträge mit Kapitalgebern und eine Mindestliquidität, auch über den Monat hinaus, helfen, schwierige Phasen zu überstehen und weniger abhängig von nicht kontrollierbaren Zusammenhängen zu sein.
Ein gelegentlicher "Stresstest" ist ebenfalls zu empfehlen.

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