So läuft der Nachschub von Schutzmaterial-Lieferungen

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In der Schweiz sind Schutzmaterialien wie Atemmasken, Schutzkittel oder Handschuhe heiss begehrt. Es gibt immer neue Anbieter, die wie auf einem Schwarzmarkt die benötigten Waren zu überteuerten Preisen anpreisen. Die Beschaffungsexperten in den Spitälern arbeiten unter Hochdruck an Lösungen, die noch zu finanzieren sind.

In der vergangen Woche vermeldeten Guy Parmelin und Simonetta Sommaruga über Twitter, dass der Durchbruch mit der EU gelungen sei. Die tagelange Blockade von notwendigen Schutzgütern wie Atemschutzmasken oder Schutzhandschuhen sei beendet, die EU weise die Mitgliedsstaaten an, Transporte von diesen Gütern in die Schweiz nicht mehr zu behindern. 

Hintergrund der Import-Blockade war eine neue EU-Verordnung, welche besagt, dass EU-Mitgliedsländer die Ausfuhr von Schutzmaterialien in Länder ausserhalb der EU bewilligen lassen müssen. Das betrifft laut dieser Verordnung auch den Transitgüterverkehr und damit einige der für die Versorgung der Schweizer Spitäler systemrelevanten Artikel aus dem Sortiment «Medizinischer Schutzgüter». Nicht mehr aus der EU in die Schweiz exportiert werden dürften beispielsweise Operationshandschuhe, Masken und OP-Schutzkittel.

Mehrere EU-Länder hatten in den vergangenen Wochen den Export von Schutzmaterial verhindert. Deutschland blockierte etwa ein Lastwagen mit 240 000 Schutzmasken für die Schweiz. Daraufhin bestellte die Schweiz den deutschen Botschafter ein. Der Container eines grossen Schweizer Gesundheitslogistiers mit Schutzmaterialien aus China wurde auf dem Zwischenstopp in Deutschland aufgehalten. «Das ist moderene Piraterie, was Länder wie Frankreich und Deutschland jetzt veranstalten», beschrieb Roger Giger, Leiter Beschaffung, Logistik und Medizintechnik des der SRO AG in Langenthal. In den letzten Tagen liefen die Verbindungen zwischen Schweizer Spitälern und den Herstellern heiss. Alle grossen Lieferanten informierten ihre Kunden, dass sie zur Zeit machtlos seien und sie aktuell nicht in die Schweiz liefern könnten. 

Lage entspannt sich langsam

Nach Verhandlungen des Bundesrates mit Brüssel, hat die EU-Kommission durchzugreifen: Sie weist die Mitgliedsstaaten an, Exporte von Schutzmaterial an die Schweiz und andere EFTA-Länder nicht mehr zu blockieren. Wirtschaftsminister Guy Parmelin hat den Durchbruch nach mehreren Kontakten mit EU-Handelskommissar Phil Hogan erreicht, wie er am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

«Durchbruch gelungen, Brüssel weist EU-Länder an, Exporte von Schutzmaterial in die CH/EFTA nicht mehr zu blockieren!», schrieb Parmelin am Freitag. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga bestätigte die Meldung ebenfalls auf ihrem Twitter-Profil. Während einige Branchenteilnehmer die Bundes-Politiker loben und dankbar sind für die Unterstützung, gibt es gleichzeitig aber auch deutliche Kritik. Vertreter von Einkaufsverbänden beklagen die zu lange Verhandlungszeit der Schweizer Politiker mit EU und Nachbarländern und beklagen zudem weitere Verzögerungen, die immer noch am Zoll auftreten. Nach dem grünen Licht aus Brüssel musste ein führender Lieferant für Atemmasken alle Zollpapiere neu ausfüllen und die Ware erneut am Hauptzollamt vorführen. Auch andere Lieferanten berichten von Schwierigkeiten am Zoll. Inzwischen sollen aber die ersten Lastwagen über die Grenze gerollt sein.

Zeit für Spekulanten

Die Versorgungslage für Schutzgüter bleibt angespannt. Es gibt offensichtlich genug Ware im Markt, die allerdings grösstenteils von zahlreichen neuen Anbietern zu stark überhöhten Preisen angeboten wird. Die Zeit der Spekulanten ist gekommen. Ein Unispital hat kürzlich für FFP2 Atemmasken anstatt den üblichen 1,5 bis 2 Franken sagenhafte 15 Franken pro Stück bezahlt. Die Gesundheitsbranche spürt durch die sprunghaft gestiegene Nachfrage und die Blockaden der Nachbarländer, wie verwundbar die Versorgung in Krisenzeiten ist. Die Konsequenzen scheinen festzustehen. In Zukunft wird man nicht mehr dem letzten Rappen hinterherjagen, sondern einer sicheren Versorgung aus Schweizer Quellen eine höhere Priorität einräumen. «Jetzt ist ganz klar mehr Swissness angesagt. Wir müssen vor Ort in der Schweiz in der Lage sein, lebensnotwendige Schutzmaterialien zu produzieren », so Roger Giger von der SRO AG. Er ist bereits in Kontakt mit verschiedenen Herstellern, um beispielsweise Isolantionsmäntel in der Schweiz herstellen. Das Langenthaler Spital hat zusammen mit einem weiteren Spital bereits einen ersten konkreten Schritt unternommen. Die Firma Wernli in Rothrist wird kurzfristig eine Maschine für Atemmasken aus China importieren und dann 300 000 Masken an die beiden Spitäler liefern. 

Kreative Technologien als Ersatzlösung

Als in der vergangenen Woche in einem Spital in Brescia in Norditalien keine Ersatzventile für die lebensnotwendigen Beatmungsgeräte lieferbar waren, beseitigte der 3D-Druck der Ventile vor Ort im Spital den Engpass. Isinnova, ein auf Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (u.a. 3D-Druck) spezialisierte Firma aus der Region brachte nach einem Notanruf sofort einen 3D-Drucker ins Spital, modellierte innerhalb von wenigen Stunden das fehlende Ventil und begann mit der Produktion. Kurze Zeit später konnten zehn Patienten beim Atmen von Maschinen unterstützt werden, die jeweils ein 3D-gedrucktes Ventil verwendeten.

Von dem italienischen Beispiel inspiriert, hat der 3D-Druck Spezialist Rüfenacht AG aus Rohrbach mehrere Spitäler kontaktiert, auch Roger Giger von der SRO AG,  und seine Unterstütung signalisiert. Das Unternehmen ist in der Lage, Bauteile ab einer Wandstärke von 0,6 Millimetern zu drucken. Die verwendete Technologie ist SLS (Selektives Laser Sintern). Interessenten können sich an Fabian Bieri von der Rüfenacht AG wenden (Telefon: +4162 957 50 27, f.bieri@ruefenachtag.ch).

Es ist nicht ausgeschlossen, dass aus kreativen Lösungen in Notzeiten in Zukunft Standardlösungen werden.

 

 

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Bezugsquellenverzeichnis