Spital Bülach – vom Zweckverband zur Aktiengesellschaft


Das Spital Bülach hat seine Rechtsform geändert und sich vom Zweckverband in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Welches sind die Vorteile im Spitalalltag? Und weshalb ist in Bülach gelungen, was an vielen andern Orten scheiterte? Spitaldirektor Rolf Gilgen nimmt im Gespräch mit «Heime und Spitäler» Stellung.

Interview: Susanna Heckendorn

Mit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung auf Anfang 2012 wurden die Spitäler in die Selbstständigkeit entlassen und müssen sich seither selbst finanzieren. Die Grundversorgungs- und Finanzierungspflicht der Gemeinden wurde aufgehoben. Damit müssen auch Spitäler Ertragsüberschüsse erwirtschaften, wenn sie in die Zukunft investieren wollen. Der Wettbewerb im Spitalwesen hat sich verschärft, der Konkurrenzkampf ist stärker geworden. Diese Ausgangslage verlangt nach kurzen Prozessen und raschen Entscheidungen. Manche Spitäler haben erkannt, dass ein Zweckverband dafür nicht die geeignete Rechtsform ist. Allerdings stellt die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft die Spitäler oft vor grosse Hürden. Dem Spital Bülach ist gelungen, was an vielen andern Orten gescheitert ist, die Umwandlung des Zweckverbands in eine Aktiengesellschaft.

Rolf Gilgen, was hat das Spital Bülach anders oder besser gemacht als Spitäler, deren Umwandlungsbemühungen gescheitert sind?
Rolf Gilgen: Ein Vergleich ist schwierig, da die Ausgangslage nicht überall die gleiche ist. Ein Pluspunkt für uns war sicher, dass das Projekt bereits vor der Einführung der neuen Spitalfinanzierung angegangen wurde und unter anderem die Statuten angepasst wurden. So benötigte Bülach beispielsweise keine Einstimmigkeit der Verbandgemeinden. Zudem haben wir uns intensiv mit den Anliegen der Trägergemeinden auseinandergesetzt und die Grundlagen der neuen Rechtsform mit den Delegierten der Gemeinden, die im Projektteam vertreten waren, erarbeitet. Auch kritische Stimmen fanden Gehör. Eine entscheidende Voraussetzung für das positive Abstimmungsresultat war und ist sicher das Vertrauen der Bevölkerung in das Führungsgremium. Wir haben deshalb sehr viel Zeit investiert, um in allen Verbandsgemeinden an Informationsveranstaltungen und Gemeindeversammlungen präsent zu sein. So konnten wir der Bevölkerung persönlich aufzeigen, weshalb eine Änderung der Rechtsform wichtig und richtig ist. Für viele Stimmbürger ist ein solcher Entscheid auch eine emotionale Frage. Da müssen die Verantwortlichen hin stehen und offen kommunizieren und sie müssen als authentisch wahrgenommen werden. Auch intern haben wir kontinuierlich über das Projekt informiert, um die Mitarbeitenden einzubeziehen. So erhielten wir denn auch immer wieder konstruktive Inputs an den sehr gut besuchten Informationsveranstaltungen.

Was hat sich in der Organisation geändert?
Rolf Gilgen: Anstelle der Delegiertenversammlung ist heute die Generalversammlung der Aktionäre das oberste Organ. Parallel zur Rechtsformänderung hat der Verwaltungsrat auch die Führungsstruktur angepasst und eine siebenköpfige Geschäftsleitung eingesetzt sowie die Funktion des ärztlichen Direktors eingeführt. Zudem wurden die Kompetenzen der verschiedenen Gremien neu geregelt.

Welche Möglichkeiten eröffnen sich dem Spital Bülach als Aktiengesellschaft?

Rolf Gilgen: Kürzere Entscheidungswege schaffen eine grössere Flexibilität und wir haben den nötigen unternehmerischen Handlungsspielraum, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Was heisst das konkret?
Rolf Gilgen: Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben heute mehr Kompetenzen. Entscheidungen, die früher durch die Delegiertenversammlung ge troffen werden mussten, fallen nun in die Kompetenz des Verwaltungsrates. So kann dieser beispielsweise über die Beschaffung eines Computer-Tomographen entscheiden. Und die Anstellung eines Chefarztes beschliesst heute die Geschäftsleitung.

Was hat sich für die Mitarbeitenden geändert?
Rolf Gilgen: In ihrer täglichen Arbeit hat sich kaum etwas verändert, die Aufgaben sind dieselben geblieben. Dennoch musste mit allen Mitarbeitenden ein neuer, privat-rechtlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen werden. Dadurch konnten die Arbeitsbedingungen in einigen Punkten sogar verbessert werden. So wurde zum Beispiel der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub eingeführt und die 50-Stunden-Woche gilt nun für alle Ärzte. Die neue Arbeitszeitregelung wird sich natürlich auf unsere Personalkosten auswirken. Die Kompetenzen sind heute einfacher delegierbar. Das heisst, die Mitarbeitenden in Führungsfunktionen tragen nicht nur die Verantwortung, sie haben auch die entsprechenden Kompetenzen und den nötigen Entscheidungsspielraum, beispielsweise für die Weiterentwicklung ihrer Klinik oder ihres Fachbereichs.

Das Spital Bülach plant einen Neubau. Wo stehen Sie mit diesem Projekt?

Rolf Gilgen: In den bestehenden Räumen können wir uns nicht mehr weiter entwickeln, die Prozesse sind teilweise schwerfällig, deshalb hat das Neubauprojekt hohe Priorität. Aufgrund unserer Anforderungen bezüglich Nutzfläche und optimaler Prozesse wurde ein erstes Layout ausgearbeitet, das nun verfeinert wird und als Basis für die Kostenschätzung dient. Wir möchten noch dieses Jahr den Architekturwettbewerb ausschreiben.

Und wann soll der Neubau bezugsbereit sein?
Rolf Gilgen: Das Wunschszenario ist der Bezug im Jahr 2021. Bis es soweit ist, haben wir jedoch noch zahlreiche Hürden zu überwinden.

Welche Projekte beschäftigen Sie und das Spital Bülach für die Zukunft?
Rolf Gilgen: Wir werden ein neues Klinikinformationssystem einführen, das eine vollständig elektronische Dokumentation der Patientenakten, der Organisation der Sprechstunden und der Operations-Planung ermöglicht und die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Behandlungsprozesses unterstützt und erleichtert. Zur Umsetzung unserer Strategie gehört die Sicherstellung einer soliden Grundversorgung, ergänzt durch sogenannte Leuchttürme. Das sind spezialisierte medizinische Leistungen, deren Bedarf ausgewiesen ist. Wir analysieren zurzeit verschiedene Möglichkeiten. Ein beträchtliches Wachstumspotenzial besteht in der Orthopädie oder bei Schilddrüsenerkrankungen. Zudem prüfen wir auch Kooperationen mit Partnern, beispielsweise in der Gastroenterologie. Für die Planung des Neubaus ist es wichtig zu definieren, in welchen Bereichen wir uns spezialisieren wollen.

Heime und Spitäler Ausgabe 4 November 2015

EVENTS

Techtextil

Internationale Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe

Datum: 21.-24. April 2026

Ort: Frankfurt am Main (D)

Altenpflegemesse

Leitmesse für die Pflegewirtschaft

Datum: 21.-23. April 2026

Ort: Essen (D)

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Europas führende Messe für Digital Health

Datum: 21.-23. April 2026

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Führende Schweizer Fachtagung für die Lebensmittelbranche

Datum: 23. April 2026

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PFLEGE PLUS

Fachmesse für den Pflegemarkt

Datum: 5.-7. Mai 2026

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Kongress vom Berufsverband der diplomierten Pflegefachpersonen der Schweiz

Datum: 27.-28. Mai 2026

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TUTTOFOOD

Internationale Fachmesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Datum: 11.-14. Mai 2026

Ort: Mailand (I)

ArbeitsSicherheit Schweiz

Fachmesse für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Datum: 20.-21. Mai 2026

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Messe für die neuesten Entwicklungen und Trends in der Gesundheitsbranche

Datum: 30. Mai 2026

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Plattform für den Wissensaustausch in der Pflegewelt

Datum: 9. Juni 2026

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Fachmesse 2. Säule sowie ein Vorsorge-Symposium

Datum: 10.-11. Juni 2026

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MedTec Summit

Kongress mit technologie- und marktrelevante Themen aus der Medizintechnik- und Gesundheitsbranche

Datum: 15.-18. Juni 2026

Ort: Berlin (D)

E-Healthcare Circle

Konferenz und Plattform für die digitalen Transformation des Gesundheitswesens

Datum: 15.-16. Juni 2026

Ort: Zürich (CH)

GS1 Excellence Days

Konferenz für Innovationen und Lösungen im Bereich der Standardisierung, Identifikation und Geschäftsprozesse

Datum: 18. Juni 2026

Ort: Bern (CH)

Blezinger Healthcare

Fachkonferenz - Das Pflegeheim der Zukunft

Datum: 25.-26. Juni 2026

Ort: Hasliberg (CH)

maintenance Schweiz

Schweizer Fachmesse für industrielle Instandhaltung und Facility Management

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Fachmesse für Industrieautomation

Datum: 26.-27. August 2026

Ort: Zürich (CH)

Immohealthcare

Konferenz zum Thema Spitalbau und Betrieb

Datum: 9. September 2026

Ort: Basel (CH)

Careum Führungstagung

Fachveranstaltung zu aktuellen Themen und Trends in Management, Führung und Leadership

Datum: 15. September 2026

Ort: Olten (CH)

SWISS SVG-Trophy

Schweizermeisterschaft der Spital-, Heim-, Gemeinschafts- und Systemgastronomie

Datum: 19. September 2026

Ort: Rothenburg (CH)

Rehacare

Internationale Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege

Datum: 23.-26. September 2026

Ort: Düsseldorf (D)

HR-Forum HealthCare

Austausch über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen im Personalmanagement im Gesundheitsbereich

Datum: Oktober 2026

Ort: Zürich (CH)

Chillventa

Weltleitmesse der Kältetechnik

Datum: 13.-15. Oktober 2026

Ort: Nürnberg (D)

IFAS

Internationale Fachmesse für den Schweizer Gesundheitssektor

Datum: 20.-22. Oktober 2026

Ort: Zürich (CH)

Kommunikations-Summit

Fachveranstaltung, die sich auf die neuesten Trends, Herausforderungen und Best Practices im Bereich Kommunikation im Gesundheitswesen

Datum: 29. Oktober 2026

Ort: Zürich (CH)

ZAGG

Fachmesse für die Gastronomie- und Hotelleriebranche

Datum: 25.-28. Oktober 2026

Ort: Luzern (CH)

St. Galler Demenz-Kongress

Fachveranstaltung, die sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt

Datum: 11. November 2026

Ort: St.Gallen (CH)

Swiss AgeTech Konferenz

Fachveranstaltung für innovative Technologien für ältere Menschen

Datum: 12. November 2026

Ort: Zürich (CH)

Swiss Nurse Leaders

Kongress im Bereich Leadership und Management in der Pflege

Datum: 20. November 2026

Ort: Bern (CH)

Heimtextil

Weltweit führende Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien

Datum: 12.-15. Januar 2027

Ort: Frankfurt am Main (D)

Empack Schweiz

Schweizer Fachmesse für Verpackungslösungen und -technologien

Datum: 27.-28. Januar 2027

Ort: Zürich (CH)

Logistics & Automation

Fachmesse für Intralogistik, Distribution, Transport und E-Logistik in der Schweiz

Datum: 27.-28. Januar 2027

Ort: Zürich (CH)

CHEESEAFFAIR

Nationale Handelstage für Schweizer Käse

Datum: 8.-9. Februar 2027

Ort: Aarau (CH)

Swiss Abilities

Fachmesse zur Förderung eines selbstbestimmten Lebens, Gleichstellung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Datum: 12.-13. März 2027

Ort: Luzern (CH)

Anuga FoodTec

Internationale Zuliefermesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Datum: 23.-26. März 2027

Ort: Köln (D)

Control

Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung

Datum: 11.-14. Mai 2027

Ort: Stuttgart (D)

CMS Berlin

Internationale Leitmesse für Reinigung und Hygiene

Datum: 21.-24. September 2027

Ort: Berlin (D)

Anuga

Weltweite Ernährungsmesse für Handel und Gastronomie/Ausser-Haus-Markt

Datum: 9.-13. Oktober 2027

Ort: Köln (D)

A + A

Weltleitmesse für sicheres und gesundes Arbeiten

Datum: 19.-22. Okotber 2027

Ort: Düsseldorf (D)

Texcare International

Weltweit führende Fachmesse für die Textilpflegebranche

Datum: 8.-11. November 2028

Ort: Frankfurt am Main (D)

Bezugsquellenverzeichnis