Führende Vertreter aus allen Bereichen fordern eine Neuausrichtung des Schweizer Gesundheitswesens

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Alain Berset geht zum Ende des Jahres. Welche Themen sollten die Nachfolgerin oder der Nachfolger priorisieren? Das haben wir führende Stimmen des Schweizer Gesundheitswesens gefragt. Die Forderungen aus den Spitälern, von Gesundheitsexperten sowie von Vertreterinnen und Vertretern von Krankenversichern, der Pharmawirtschaft und der Ärzteschaft ergeben ein umfassendes Pflichtenheft für das Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Alain Berset nimmt am Ende des Jahres seinen Hut. Damit geht die Verantwortung für die Schweizer Gesundheitspolitik auf nationaler Ebene inneue Hände über. Ob das nun für die Branche eine gute oder schlechte Nachricht ist, zeigt sich in den Ausführungen von zwölf führenden Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsmarktes. Wir haben Spitzenkräfte aus Spitälern, der Pharmaindustrie, Krankenkassen, Verbänden und Ärzteschaft gefragt, welches für sie die wichtigsten Themen sind, die der Nachfolger oder die Nachfolgerin anpacken muss. Das wenig überraschende Fazit: Da liegt doch allerhand im Argen. Um nur ein paar Punkte aus der qualvollen Liste zu nennen: Die Finanznot vieler Spitäler, steigende Prämien für Verbraucher, chronischer Personalmangel, veraltete Tarifsysteme, verschlafene Digitalisierung, EPD-Wirrwarr, Anreize für Behandlungs-Quantität statt -Qualität, Regulierungswahn und hohe Medikamentenpreise. Sicherlich wäre es ungerecht, dem eigentlich so sympathischen Mann mit dem Hut für alles verantwortlich zu machen, aber wie heisst es nochmal? Der Fisch stinkt am Kopf zuerst. Trotz glänzender Umfragewerte in der Bevölkerung für den Hobbyflieger Berset, die Gesundheitspolitik der letzten Jahre glich doch eher einem Irrflug. Zu wenig wurde angepackt, und was angepackt wurde, lief in der Regel in die falsche Richtung, wie die vielen Regulierungen zur Kostensenkung. Wünschen wir daher der nachfolgenden Person im Amt ganz viel Energie, Klugheit und Durchsetzungskraft, um mit neuem Elan eine andere Route einzuschlagen und dann durchzustarten. Am besten mit einem Turbo. Und welche Themen dann zu priorisieren sind, lesen Sie im Dossier.

Hier finden Sie das Dossier als PDF.