Antoine Hubert, Gründer und Chef des Swiss Medical Network, hat einen ersten entscheidenen Schritt für ein integriertes Gesundheitssystem umgesetzt.

Zeitenwende im Gesundheitswesen

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Swiss Medical Network, Visana und der Kanton Bern gründen ein für die Schweiz gänzlich neues Gesundheitssystem.

Antoine Huber hat es geschafft. Seit mehreren Jahren schon arbeitet der Gründer und Chef des Swiss Medical Networks an der Verwirklichung seiner Vision: Der Schaffung eines integrierten Gesundheitssystems, in dem alle Beteiligten – Versicherer, Spitäler, Ärzte und Patienten – an einem Strang ziehen.

Hubert stellte heute Vormittag zusammen mit dem Verwaltungsratspräsidenten von Visana, Lorenz Hess, und dem Berner Regierungsrat Pierre Alain Schnegg das alternative Versicherungsmodell vor. Die Verträge wurden erst heute früh unterzeichnet, weswegen die Aktie der Swiss-Medical-Mutter Aevis Victoria in den ersten Handelsminuten nicht gehandelt werden konnte.

Die Zusammenarbeit zwischen Klinikgruppe, Kanton und Versicherung soll ab Januar 2024 starten. Es könnte der Startschuss sein für eine grundsätzliche Veränderung des Schweizer Gesundheitssystems, das jährlich über 80 Milliarden Franken kostet.

Im Rahmen einer Beteiligung durch den Krankenversicherer Visana wird die Hôpital du Jura ernois SA (HJBE) zur Réseau de l’Arc SA und wandelt sich in eine integrierte Versorgungsorganisation für die Region des Jurabogens um. Das alternative Grundversicherungsprodukt beruht auf einer pauschalen Vergütung pro Mitglied. 

«Unser System ist nicht gesund»

Die neue Gesundheitsorganisation Réseau de l’Arc wird das Gesundheitskapital ihrer Mitglieder, die sich anstelle ihrer traditionellen Grundversicherung für dieses alternative Produkt entscheiden, verwalten. Im Zentrum steht die Gesundheitserhaltung der Mitglieder. Die Pauschalfinanzierung pro Mitglied soll eine Abkehr von derzeitigen Verzerrungen des Gesundheitssystems bewirken, sind die Anbieter überzeugt.

«Unser System ist nicht gesund. Das liegt daran, dass es zu viele entgegengesetzte Interessen gibt und die Akteure in Silos denken», sagte Hubert im Mai gegenüber «Heime & Spitäler», als er ausführlich das heute vorgestellte System skizzierte. 

«Patientinnen und Patienten haben zwei Partner: Auf der einen Seite die Krankenversicherungen und den Staat und auf der anderen Seite die Gesundheitswelt mit beispielsweise Spitälern, Ärzten oder der Pharmaindustrie. Solange der Patient gesund ist, freuen sich Versicherer und Staat, denn er zahlt Prämien und kostet nichts. Sobald er ein gesundheitliches Problem hat, freut sich die Gesundheitswelt, denn dann kann sie Geld verdienen.»

Im Gegensatz zu den heute bekannten HMO-, Telmed- und Hausarztmodellen, bei denen die Einzelverrechnung der medizinischen Leistung angewendet wird, muss die neue Gesundheitsorganisation mit den ihr zur Verfügung stehenden Versicherungsprämien so wirtschaften, dass alle medizinischen Leistungen für die Versicherten der Gesundheitsorganisation wirtschaftlich rentabel und mit hoher Qualität erbracht werden können.

Preis noch unklar

Über den geplanten Preis der Prämie wurde noch keine Aussage getroffen. In früheren Interviews hatte Hubert allerdings gesagt, dass die Prämie maximal bis 20 Prozent günstiger sein könnte als der Durchschnitt der aktuellen herkömmlichen Versicherungsprämien.

Die Pro-Kopf-Prämie, mit der das System auskommen muss, führt dazu, dass die Gesundheitsorganisation sich auf drei Aspekte in der medizinischen Leistungserbringung fokussieren will. Erstens: Prävention und Gesundheit, weil ein gesundes Kollektiv weniger Gesundheitskosten generiert. Zweitens: Der Kunden- und Patientennutzen – unnötige medizinische Leistungen werden nicht durchgeführt, da die Pro-Kopf-Prämie ein «natürliches» Kostendach vorgibt. Drittens: Effiziente Prozesse, um die internen Koordinationsaufwände und damit verbundene Kosten signifikant zu reduzieren.

Die Réseau de l’Arc will ihr Gesundheitsangebot schrittweise durch die Integration anderer Gesundheitsdienstleister, beispielsweise in der ambulanten Pflege, und durch gezielte Partnerschaften, die auf die Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder zugeschnitten sind, ergänzen. Eine Herausforderung könnte es werden, genügend Hausärzte zu finden, die sich dem System anschliessen. Insgesamt umfasst die Region 250 000 potenzielle Kunden.

Internationale Vorbilder

Das Geschäftsmodell beruht auf einem Ansatz, der von Kaiser Permanente, der Pionierin für integrierte Versorgung an der Westküste der Vereinigten Staaten, geprägt ist. Um alle Akteure, einschliesslich der Versicherten, zu verantwortungsvollem Handeln zu motivieren, wird das System der Einzelleistungsvergütung durch eine Finanzierung pro Mitglied ersetzt.

Die Gesundheitsorganisation und ihre verschiedenen Akteure haben somit einen direkten Anreiz, die Menschen gesund zu halten und für die Mitglieder bei Bedarf die wirksamsten Leistungen zu erbringen. Quantitative Anreize fallen weg, und alle Akteure sind motiviert, den Informationsfluss für eine effizientere Versorgung sicherzustellen.

Dies führt zu mehr Effizienz und Qualität und senkt die Kosten. Kaiser Permanente hat im Vergleich zur Schweiz 50 Prozent mehr Patienten und gleichzeitig 40 Prozent weniger Ärzte bei einer hervorragenden medizinischen Qualität. Andere Organisationen haben die Effizienz des Modells ebenfalls unter Beweis gestellt. Kaiser Permanente verwaltet mit über 217’000 Mitarbeitenden, darunter 23’000 Ärztinnen und Ärzte, das Gesundheitskapital von über 12,5 Millionen Mitgliedern. Auch in Spanien wird ein ähnliches System durch die Organisation Ribera Salud in einigen Regionen seit über zwanzig Jahren erfolgreich betrieben.

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Bezugsquellenverzeichnis