Coronamassnahmen führten zu Babyboom

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Die Insel-Gruppe veröffentlicht die Zahlen der Geburtsklinik für 2022 und erklärt die hohen Zahlen aus dem Vorjahr.

Seit über zehn Jahren steigen die Geburtenzahlen in der Insel Gruppe, so auch im Jahr 2022, in dem 2163 Kinder das Licht der Welt in der Frauenklinik des Inselspitals, Universitätsspital Bern erblickt haben. Mittlerweile entspricht dies fast der Hälfte aller im Raum Bern geborenen Kinder. Prof. Dr. med. Daniel Surbek, Co-Klinikdirektor und Chefarzt, freut sich, dass sich das Inselspital mit diesen Zahlen wie gewohnt an der Spitze der Geburtskliniken im Kanton Bern positioniert.

Die COVID-19-Pandemie hat allerdings zu einem interessanten Phänomen geführt: Sowohl in der Frauenklinik als auch im Raum Bern und in der ganzen Schweiz zeigte sich 2021 ein «Ausreisser» nach oben mit einer absoluten Geburten-Spitze, welche 2022 nicht mehr erreicht wurde. Die Insel-Gruppe zählte 2021 2307 Geburten.

Reproduktion hat «Fahrt aufgenommen»

Prof. Dr. med. Daniel Surbek, Co-Klinikdirektor und Chefarzt Geburtshilfe und feto-maternale Medizin, erklärt das Phänomen dieses Geburten-Peaks und die nachfolgende Normalisierung der Geburtenrate so: «Die Pandemie und die dagegen getroffenen Massnahmen wie Homeoffice, Bewegungseinschränkungen und Änderungen des Freizeitverhaltens haben offensichtlich dazu geführt, dass sich ab Herbst 2020 viele Paare dem Thema Kinderwunsch intensiver gewidmet haben und die Reproduktion ‘Fahrt aufgenommen’ hat. Dies hat zum Geburten-Peak im Jahr 2021 geführt. Dieses Vorziehen des Kinderwunsches hatte aber zur Folge, dass im darauffolgenden Jahr 2022 die absolute Geburtenzahl diejenige des Vorjahres nicht mehr erreicht hat.»

Schweizweit nahmen die Geburten 2021 um 4,3 Prozent zu, im ersten Halbjahr 2022 sank die Geburtenrate im Vergleich zum 1. Halbjahr 2021 um 17,5 Prozent.