Als zentraler Baustein der Altersstrategie der Stadt Zug bietet das Pilotprojekt «Organisation Pflegenotfall durch Pflegelotse» (2025-2028) eine innovative Lösung für die Bewältigung von Pflegenotfällen im Kanton Zug. Dieses zukunftsweisende Projekt stellt die koordinierte und bedarfsgerechte Unterstützung von älteren Menschen und deren Angehörigen in kritischen Situationen bei plötzlicher erhöhter Pflegebedürftigkeit in den Mittelpunkt. Die Stadt Zug initiiert dieses kantonale Pilotprojekt zur Entlastung des Gesundheitssystems und Stärkung der integrierten Versorgung.
Ein Pflegenotfall liegt vor, wenn eine Person plötzlich nicht mehr allein zuhause zurechtkommt – jedoch kein medizinischer Notfall vorliegt. Diese unerwartete pflegerische und/oder soziale Unterversorgung älterer Menschen im häuslichen Umfeld tritt häufig auf, zum Beispiel beim Ausfall pflegender Angehöriger oder bei einer abrupten Zunahme der Pflegebedürftigkeit. Solche Situationen führen oft zu Spitaleintritten, obwohl medizinisch eigentlich keine Notwendigkeit besteht.
Institutionsübergreifende Koordination
Pflegelotsinnen/Pflegelotsen sind Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen (MSc. Advanced Practice Nurses) die im Zuger Kantonsspital und bei der Spitex Zug tätig sind. Sie übernehmen die institutionsübergreifende Koordination und organisieren kurzfristig koordinierte, bedarfsgerechte Unterstützung für Betroffene und Angehörige.
Die Leistungen umfassen die rasche Abklärung des Pflege- und Unterstützungsbedarfs, die Erstellung eines individuellen Handlungsplans sowie die Umsetzung von Entlastungsmassnahmen. Übergänge zwischen Zuhause, Akut- und Langzeitversorgung werden organisiert und Betroffene wie Angehörige bis zur Stabilisierung begleitet. Bei kurzfristigem Bedarf wird die Versorgung durch Pflegenotfallbetten im Zentrum Neustadt der Alterszentren Zug organisiert; anschliessend erfolgt die Planung der passenden Anschlusslösung.