Ein Heilwald ist ein gezielt gestalteter Waldraum in unmittelbarer Nähe einer Gesundheitseinrichtung, der therapeutisch genutzt werden kann. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Aufenthalte im Wald den Heilungsprozess unterstützen, Stress reduzieren und sich positiv auf das Herz-Kreislauf-, Immun- und Atemsystem auswirken. Für Patientinnen und Patienten entsteht damit ein zusätzlicher Behandlungsraum unter freiem Himmel.
Holz als verbindendes Element
Auch beim KSB soll es einen solchen therapeutisch genutzten Wald geben. Aus gutem Grund: Schon die besondere Lage des KSB – auf drei Seiten von Wald umgeben – prägt die Ausrichtung von Architektur und Gesundheitsversorgung. Das Thema Wald und Holz zieht sich durch das gesamte Bau- und Gesundheitskonzept des Spitals.
So wurde beim Neubau bewusst auf Holz als zentrales Gestaltungselement gesetzt. Beispiele dafür sind die markante Holzfassade, für die Weisstannen aus dem Badener Stadtwald verwendet wurden, sowie die mit viel Holz ausgestatteten Patientenzimmer und Korridore. Diese Verbindung von regionalen Ressourcen, nachhaltiger Bauweise und «heilender Architektur» wird nun durch die Idee eines Heilwaldes konsequent weitergedacht.
«Der Heilwald ist für uns mehr als ein Landschaftsprojekt. Er steht für ein ganzheitliches Verständnis von Medizin, bei dem Natur, Architektur und Therapie ineinandergreifen», sagt KSB-CEO Pascal Cotrotzo. «Wir bringen damit den Wald nicht nur näher ans Spital, sondern wollen ihn aktiv in den Genesungsprozess unserer Patientinnen und Patienten integrieren.»
Ein Baustein der Gesundheitscampus-Strategie
Langfristig ist der Heilwald eng mit der Weiterentwicklung des KSB-Gesundheitscampus verknüpft. Diese sieht unter anderem den Rückbau des Altbaus vor, um Raum für eine moderne, naturnahe Umgebungsgestaltung zu schaffen. Ein zentraler Bestandteil dieser Aufwertung ist der geplante Heilwald. Gemeinsam mit der Grünzone auf dem Gelände des ehemaligen Spitals soll so ein zusammenhängender, einzigartiger Erholungsraum für die Region Baden entstehen.
Aktuell verzögert sich die Weiterentwicklung allerdings. Gegen den geplanten Rückbau des Altbaus läuft ein Verfahren zur Unterschutzstellung, das vom Heimatschutz Aargau initiiert wurde. Solange keine Planungssicherheit besteht, können Projekte zur Umgebungsgestaltung – und damit auch der Heilwald – jedoch nur eingeschränkt vorangetrieben werden.
«Wir sind überzeugt, dass der Heilwald ein wichtiger Bestandteil unseres künftigen Gesundheitscampus sein kann», sagt KSB-CEO Pascal Cotrotzo. «Sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt sind, werden wir dieses Projekt weiterverfolgen.»
Zusammenarbeit mit dem Stadtforstamt Baden
Bereits heute steht das KSB in engem Austausch mit dem Stadtforstamt Baden. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Stadt Baden zu: Über das Forstamt bringt sie ihre Expertise in der gesundheitsfördernden Waldgestaltung ein. Ziel ist es, die angrenzenden Waldflächen langfristig so zu entwickeln, dass sie optimal für therapeutische Anwendungen genutzt werden können. Das gilt insbesondere für die Physiotherapie, die Onkologie und die Psychosomatik.
Der Heilwald soll dabei individuell auf die Bedürfnisse der verschiedenen medizinischen Fachbereiche abgestimmt werden und unterschiedliche Räume für Bewegung, Rückzug und Therapie bieten.
Ein Blick in die Zukunft
Mit der Realisierung eines Heilwaldes verfolgt das KSB auch das Ziel, neue Wege in der Gesundheitsversorgung zu gehen. Die Kombination aus moderner Medizin, nachhaltiger Architektur und der gezielten Nutzung natürlicher Ressourcen schafft einen Mehrwert für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und die gesamte Region.
Der Wald wird damit zum erweiterten Behandlungsraum und zu einem Symbol für eine Medizin, die den Menschen als Ganzes in den Mittelpunkt stellt. Und: Während im Ausland bereits entsprechende Heil- und Kurwälder existieren, steckt dieses Konzept in der Schweiz noch in den Anfängen. Das KSB und die Stadt Baden nehmen damit eine Vorreiterrolle ein.