Dank kantonaler Unterstützung, ausserordentlichen Spendeneinnahmen und einmaligen Sondereffekten hat die Eleonorenstiftung als Trägerin des Universitäts-Kinderspitals Zürich ihr erstes Geschäftsjahr im Neubau am Standort Lengg mit einem positiven konsolidierten Jahresergebnis von 20,8 Millionen Franken abgeschlossen. Im operativen Spitalbetrieb konnte der Jahresverlust unter Berücksichtigung der finanziellen Unterstützung des Kantons Zürich und konsequent umgesetzten betriebswirtschaftlichen Massnahmen auf CHF –4,7 Mio. (im Vorjahr: CHF –14,5 Mio.) deutlich reduziert werden.
Die eingeleiteten Massnahmen zeigen Wirkung
Im Berichtsjahr lag der betriebswirtschaftliche Schwerpunkt auf Massnahmen zur operativen Stabilisierung. Gleichzeitig wurden neue Betriebsprozesse eingeführt und konsolidiert. Zudem liessen sich die im Neubau geschaffenen Kapazitäten nutzen, um Wachstum entlang des Business Plans zu generieren sowie die operative Leistungsfähigkeit und Effizienz weiter zu optimieren. Auf dem Weg zur finanziellen Nachhaltigkeit wurden dadurch grosse Fortschritte erzielt. Ein im vierten Quartal erkennbarer Aufwärtstrend zeigt, dass die Basis für die finanzielle Erholung gelegt ist.
Die Einnahmen wachsen stärker als die Kosten
Im ersten vollständigen Betriebsjahr am neuen Standort hat das Kinderspital 2025 insgesamt 9218 Patientinnen und Patienten akutstationär behandelt – ein Zehntel mehr als am alten Standort. Die durchschnittliche Fallschwere und die Aufenthaltsdauer lagen dabei tiefer als in den Vorjahren, was bei höheren Fallzahlen zu erwarten war. Der stationäre Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8%. Im ambulanten Bereich verzeichnete das Kinderspital einen Anstieg der Konsultationen in den Polikliniken um 9%. Im Notfall lagen die Fallzahlen mit rund 61’000 Behandlungen leicht über Vorjahr, was die anhaltend grosse Nutzung dieser Leistungen bestätigt. Insgesamt hat das Spital 2025 über 115’000 Kinder und Jugendliche von 0 bis 18 Jahren behandelt.
Damit erzielte das Kinderspital patientenbezogene Einnahmen von CHF 298,3 Mio. (+7%). Zum Wachstum beigetragen haben auch leicht höhere, aber weiterhin nicht kostendeckende Tarife. Hinzu kamen weitere betriebliche Erträge von CHF 44,8 Mio. Auf der Kostenseite fielen die im Vorjahr entstandenen temporären Zusatzkosten für Fertigstellung, Umzug und Inbetriebnahme des Spitals in der Lengg weg. Dank des sehr konsequenten Kostenmanagements und der gezielten Massnahmen sank der Betriebsaufwand des Spitals insgesamt um 4% auf CHF 319,6 Mio.
Finanzielle Unterstützung durch den Kanton Zürich
Die ersten Monate in der Lengg waren wie erwartet kostenintensiv, da die Betriebsaufnahme des Spitals und die Stabilisierungsphase zu zusätzlichen Aufwänden und vorübergehenden Mindereinnahmen führten. Der Regierungsrat hat im Januar 2025 gestützt auf den Regierungsratsbeschluss vom März 2024 eine Subvention von CHF 25 Mio. beschlossen, die im Juli 2025 durch den Zürcher Kantonsrat freigegeben wurde. Der Stiftungsrat bedankt sich bei Gesundheitsdirektion, Regierungsrat, Kantonsrat und den Zürcher Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern für die notwendige finanzielle Unterstützung in den letzten zwei Jahren.
Spendeneinnahmen und einmalige Sondereffekte
In den letzten Jahren konnte die Eleonorenstiftung für die Neubauten rund CHF 140 Mio. an Spendengeldern sammeln. Die gegen Ende 2025 erfolgte Bauabrechnung hat den vorgegebenen Investitionsrahmen von CHF 735 Mio. für die Neubauten von Spital und Forschungsgebäude bestätigt (CHF 761 Mio. unter Berücksichtigung der Bauherrenleistungen). Aufgrund der Werthaltigkeitsprüfung der Neubauten hat sich, wie schon in den zwei Vorjahren, kein weiterer Wertberichtigungsbedarf ergeben.
Das konsolidierte Ergebnis ist zudem von einmaligen Sondereffekten geprägt. Die Auflösung von Rückstellungen, der Verkauf einer Liegenschaft und die Reduktion eines Vermögensverwaltungsmandats führten zu einem Buchgewinn von insgesamt CHF 9,3 Mio.
Die finanzielle Lage bleibt auch 2026 herausfordernd
Das Kinderspital wird auch 2026 mit aller Kraft konsequent an der Verbesserung seiner operativen Ergebnisse arbeiten. Um die gesteckten finanziellen Ziele zu erreichen, werden bewährte und zusätzliche Ertragsoptimierungen und Kostenreduktionen umgesetzt. Die hochmoderne Infrastruktur des neuen Kinderspitals ermöglicht effizientere Abläufe, erhöht sowohl die betrieblichen Kapazitäten als auch die Flexibilität und stärkt die Attraktivität des Hauses für Patientinnen und Patienten, für ihre Angehörigen sowie für alle Mitarbeitenden. Eine angemessene tarifliche Abgeltung bleibt allerdings entscheidend, um langfristig eine solide wirtschaftliche Basis zu schaffen und die qualitativ hochstehende medizinische Versorgung für Kinder und Jugendliche nachhaltig zu gewährleisten.
Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung danken allen rund 2’900 Mitarbeitenden des Kinderspitals sehr herzlich, die bei hoher Arbeitsbelastung jeden Tag mit grösstem Engagement zum Wohl der Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen ihr Bestes geben. Gedankt sei ebenso allen Spenderinnen und Spendern, die mit ihrer Grosszügigkeit zur Finanzierung des neuen Kinderspitals und zur zukunftsweisenden, hochqualifizierten Versorgung von Kindern und Jugendlichen beigetragen haben.