Wenn eine Bewohnerin oder Bewohner den Alarmknopf drückt, geht der Alarm an die Myco Smartphones der Pflegefachkräfte, die mit einem Blick sehen, welche Bewohner:in Hilfe benötigt und in welchem Bereich sich diese Person aufhält. Bild: Ascom

Praxisbeispiel: Kommunikation und Alarmruf im Alterswohnen

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Die Zusammenarbeit zwischen Alterswohnen STS und Ascom DACH begann zusammen mit Lean Hospital Consulting der Swisscom im Jahr 2017 am Standort Zweisimmen im Alterswohnen Bergsonne. In kontinuierlichen Schritten wurden die entwickelten Lösungen seither auf die Einrichtungen der STS angepasst und erweitert mit dem Ziel, die digitale Transformation gemeinsam voranzubringen und gleichzeitig die Bewohnersicherheit zu erhöhen.

 

Was war die Projekt-Herausforderung?

Der erste wichtige Grundstein basiert auf einer Strategie von Alterswohnen STS und Lean Hospital Consulting der Swisscom und wurde gemeinsam mit Ascom 2017 am Standort Zweisimmen im Alterswohnen Bergsonne, welcher eine Pflegeabteilung, Seniorenwohnungen, Wohnungen mit Dienstleistung und eine Demenz-Abteilung beherbergt, implementiert. In einem späteren Step wurde die Lösung auf das Spital STS und den Standort Burgstrasse in Thun, sowie das Alterswohnen Glockenthal in Steffisburg erweitert. Aktuell wird die Lösung in einem weiteren Step im Neubau Spitalmatte, multifunktional genutzt von der Alterswohnen STS und vom Verein Bergquelle Wohnen und Werken, umgesetzt.

Seitens des Betriebs wurden die Anforderungen an ein neues System definiert, bei dem besonders die Sicherheit für Bewohnende und Mitarbeitende ein wichtiger Aspekt war, aber auch die Integration anderer Systeme, wie zum Beispiel der Brandmeldeanlage, sowie die Kombination von Telefonie und Bewohnerrufsystem.

Die entwickelte Lösung umfasst einen funkbasierten Bewohnerruf mit Tastern in den Zimmern, Alarmarmbändern für alle Bewohnenden, sowie einem speziell für die Pflege entwickelten GSM Smartphone Ascom Myco. In Verbindung mit einem Corporate Mobile Network (CMN) der Swisscom wurde ein sehr flexibles System geschaffen, welches ohne aufwendige Infrastruktur aufgebaut werden kann.

Was sind die Mehrwerte für die Alterswohnen STS?

Neben der möglichen Integration anderer Systeme sowie der Gewährleistung hoher Sicherheit, sind Nutzung der Synergien und Ressourceneinsparungen ein wichtiges Element der implementierten Lösung. So beziehen die verschiedenen Standorte ihre Kommunikations- und Alarmierungsdienste virtualisiert von der ICT-Infrastruktur der Muttergesellschaft Spital STS in Thun.

Zusätzlich ermöglicht die Lösung einen synergetischen Nacht-Modus, in welchem mehrere Standorte gemeinsam betreut werden können. So können weitere Kosten und Ressourcen gespart werden, während die Sicherheit konstant gewährleistet ist.

Ganzheitlich hohe Sicherheit wird durch Backups auf die verkabelten Stationsterminals, im Falle eines Funknetzausfalls, und durch eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), im Falle eines Stromausfalls, gewährleistet. Mithilfe von Alarmknöpfen und Staff-Tags können Bewohnende und Pflegekräfte schnell und einfach Hilfe anfordern.

Lokatoren melden zudem das Verlassen des geschützten Bereichs eines Bewohnenden, ebenso auch auf welcher Etage und in welchem Bereich sie gerufen haben, sodass die Pflegenden diese rasch und diskret finden können. So kann ein hoher Grad an Sicherheit und Privatsphäre sichergestellt werden.

«Wir freuen uns zusammen mit der Alterswohnen STS die Digitalisierung im Bereich der Langzeitpflege voranzubringen und die Betriebe bei der digitalen Transformation und der praktischen Anwendung der Lösungen zu unterstützen», erklärt Dieter Neuenschwander, zuständiger Senior Account Manager für die Region Berner Oberland bei Ascom DACH.

«Das innovative Beispiel zeigt, wie der Prozess der Digitalisierung in Altersheimen auch in kleinen Schritten und mit überschaubarem Aufwand realisiert werden kann», unterstreicht André Streit, Geschäftsführer Alterswohnen STS.