Ein Beispiel: Eine junge Fachperson Gesundheit EFZ entscheidet sich für ein berufsbegleitendes Studium zur dipl. Pflegefachperson HF. Sie bleibt mit reduziertem Pensum im gleichen Team, vertieft im Unterricht Anatomie, Physiologie, Diagnostik und Pharmakologie – und bringt dieses Wissen direkt in die Arbeit mit Bewohnenden und Patientinnen ein. Tragfähig wird dieses Modell nur, wenn Begleitung mehr ist als ein Tür-und-Angel-Gespräch: Klare Zuständigkeiten, kontinuierliches Mentoring und eine Kultur, in der Fragen und Lernschritte erwünscht sind, sind zentral.
Neben Schule und Praxis etabliert sich Mentoring zunehmend als «dritter Lernort». Studierende werden nicht nur fachlich, sondern auch in Rollenentwicklung, Entscheidungsfähigkeit und Resilienz unterstützt – etwa durch regelmässige Reflexionsgespräche, Begleitung bei grösseren Arbeiten und Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Privatleben. Gerade in Teilzeit- oder berufsbegleitenden Modellen bleibt nur so die Leistungsfähigkeit über längere Zeit erhalten.
Ergänzend gewinnt Peer Mentoring an Gewicht: Studierende beraten und unterstützen sich gegenseitig, geben Feedback und teilen Erfahrungswissen. In Tandems, Lerngruppen oder Austauschgefässen gestärkt, sinkt die Hemmschwelle, Herausforderungen früh anzusprechen. Wie konsequent nutzen Institutionen dieses Potenzial heute schon?
Wirksam wird Mentoring dort, wo es mit moderner Didaktik zusammenspielt – etwa mit Blended Learning, Fallarbeit nach Problem Based Learning, digitalen Lernplattformen sowie Simulationstrainings mit Schauspielenden oder in virtuellen Lernräumen. So verschiebt sich Betreuung von der reaktiven «Feuerwehrfunktion» hin zu proaktiver Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung.
Für Praxis und Studierende entsteht eine Win-win-Situation. Betriebe profitieren von aktuellem Fachwissen, neuen Perspektiven und wachsender klinischer Urteilskraft; Studierende vernetzen und vertiefen ihr Wissen direkt in der Umsetzung. Für Bewohnende, Patientinnen und Klientinnen bedeutet das differenziertere Einschätzungen, besser abgestimmte Interventionen und eine professionelle Beziehungsgestaltung. Kann sich eine Institution in Zeiten des Fachkräftemangels leisten, auf diesen Mehrwert zu verzichten?
Wenn Sie Mentoring in Ihrer Institution bisher vor allem informell leben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diesen Erfolgsfaktor strukturiert weiterzuentwickeln – mit klaren Rollen, Peer-Formaten und passenden Reflexionsgefässen. Möchten Sie Mentoring als festen Bestandteil Ihrer Ausbildungsstrategie verankern, statt es dem Zufall zu überlassen? Dann informieren Sie sich auf unserer Website, wie wir Sie als Ausbildungsbetrieb unterstützen können.
Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales
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Öffnungszeiten
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