Ihr Forschungsprojekt zu entzündlichen Herzmuskelerkrankungen wurde im Programm «International Networks of Excellence 2026» als eines von vier Projekten weltweit ausgewählt und wird in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 9 Millionen US-Dollar unterstützt. Akute und chronische entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels können zu einer dauerhaften Einschränkung der Herzfunktion bis hin zur Herzschwäche führen und betreffen Menschen jeden Alters. Trotz grosser Fortschritte in Diagnostik und Behandlung sind die zugrunde liegenden immunologischen Mechanismen bislang nur unzureichend verstanden. Hier setzt das internationale Forschungsnetzwerk «CoeurTCR» an.
Ziel des Projekts ist es, krankheitsauslösende Immunreaktionen im Herzmuskel präzise zu identifizieren und daraus neue, gezielte Therapieansätze zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen sogenannte T-Zellen, spezialisierte Immunzellen des Immunsystems, die akute und chronische entzündliche Herzmuskelerkrankungen verursachen können. Die Forschenden wollen jene molekularen Strukturen entschlüsseln, die fehlgeleitete Immunreaktionen im Herzmuskel auslösen und aufrechterhalten. Auf dieser Grundlage sollen innovative Immuntherapien entwickelt werden, welche krankmachende Immunzellen gezielt hemmen, ohne die gesamte Immunabwehr zu beeinträchtigen. Die wissenschaftliche Grundlage dafür bildet ein neuartiger Ansatz zur Identifikation krankheitsrelevanter T-Zell-Rezeptoren und ihrer Zielstrukturen im Herzgewebe.
Internationale Zusammenarbeit
Das Netzwerk vereint führende Forschungsgruppen aus den USA, der Schweiz, Spanien und Dänemark. Die nordamerikanische Koordination liegt bei Prof. Javid Moslehi von der University of California, San Francisco (UCSF). Die europäische Koordination übernimmt Prof. Dr. Burkhard Ludewig, Leiter des Medizinischen Forschungszentrums am Kantonsspital St.Gallen, der gleichzeitig auch Leiter der Translationalen Kardioimmunologie am Universitätsspital Zürich ist. Gemeinsam mit seinen Teams an beiden Institutionen wird er zentrale Beiträge zur Erforschung der immunologischen Mechanismen entzündlicher Herzmuskelerkrankungen leisten. «Entzündliche Herzmuskelerkrankungen können zu einer dauerhaften Schwächung der Herzfunktion führen und betreffen häufig auch jüngere Menschen. Unser Ziel ist es, die krankheitsauslösenden Immunreaktionen besser zu verstehen und daraus präzisere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln», sagt Prof. Dr. Burkhard Ludewig.
Die Leducq Foundation zählt zu den weltweit bedeutendsten privaten Förderorganisationen im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung. Mit ihrem Programm «International Networks of Excellence» unterstützt sie internationale Forschungsverbünde, die herausragende wissenschaftliche Expertise bündeln und gemeinsam innovative Ansätze zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln. Die Auswahl von «CoeurTCR» als eines von vier geförderten Netzwerken im Jahr 2026 unterstreicht die internationale Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Forschungsgruppen. Die Förderung umfasst insgesamt 9 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der offizielle Projektstart ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen