Während der laufenden Prüfung des im Frühling 2026 eingegangenen Kaufangebots von Kawa und SMN hat Thurmed den Aktionärsgemeinden der GZO AG Spital Wetzikon ein Angebot zu einer strategischen Beteiligung unterbreitet. Da das Angebot von Thurmed bei Umsetzung eine im Vergleich zum vorliegenden Sanierungsplan der GZO nochmals eine höhere Nachlassdividende für die Gläubiger erlaubt, werde es ebenfalls eingehend geprüft, so das Spital in einer Medienmitteilung. GZO und die Aktionärsgemeinden stehen mit der Thurmed AG im Austausch. Unabhängig davon läuft nach wie vor die Prüfung des im Frühling 2026 eingegangen Kaufangebots von Kawa und SMN. Die GZO AG steht auch mit diesen Angebotsparteien in einem intensiven Austausch. Über die weiteren Schritte wird im Spätsommer informiert.
Folgende Stellungnahme hat GZO zu wichtigen Fragen gegeben:
Wie wirkt sich das Angebot der Thurmed AG auf den Schuldenschnitt aus?
Die Gläubiger werden mit der Einladung zur Gläubigerversammlung über den definitiven Nachlassvertrag informiert. Die Höhe des Schuldenschnitts wird nicht im Vorfeld bekanntgegeben. Kommt das Angebot Thurmed zustande, wird sich der Schuldenschnitt aber nochmals reduzieren.
Wie steht das Angebot der Thurmed AG zum im Frühling eingegangenen Kaufangebot?
Die Angebote werden parallel weiterverfolgt, sie schliessen sich aber im Vollzug gegenseitig aus. Wenn beide Angebote in verbindliche Verträge umgesetzt werden können, wird die GZO AG im Nachlassvertrag einen Mechanismus vorschlagen, der den Gläubigern die bestmögliche Dividende sichert. Thurmed AG hat anerkannt, dass unter diesem Mechanismus das Kaufangebot von Kawa und SMN gegebenenfalls vorrangig umgesetzt würde, wenn es rechtzeitig vollzogen werden kann.
Wie ist der Stand des im Frühling eingegangenen Kaufangebots?
Das im März eingegangene Kaufangebot von Kawa und SMN befindet sich nach wie vor in Prüfung. Die GZO AG steht mit diesen Angebotsparteien in einem intensiven Austausch. Unter anderem ist die Klärung, ob alle Leistungsaufträge auf die neue Gesellschaft übertragen werden können, noch nicht abgeschlossen.
Welches ist das bessere Angebot für die Gläubiger?
Angesichts der Komplexität des Kaufangebots von Kawa und SMN und dem andauernden Austausch zwischen den Parteien lässt sich dies derzeit noch nicht mit Gewissheit sagen.
Welches Angebot bevorzugt die GZO AG?
Beide Angebote werden durch die GZO AG unter Aufsicht der Sachwalter ergebnisoffen und mit Fokus auf die bestmögliche Wahrung der Gläubigerinteressen geprüft.
Worin unterscheiden sich die Angebote?
Beim Angebot der Thurmed AG handelt es sich im Unterschied zum Kaufangebot von Kawa und SMN nicht um einen Verkauf der Spitalaktiven an einen Dritten, sondern um einen Einstieg der Thurmed AG als neue Aktionärin der GZO AG. Thurmed AG und die Aktionärsgemeinden würden die GZO AG gemeinsam halten.
Wieviel Geld erhalten die Gemeinden von der Thurmed AG?
Das Angebot der Thurmed AG sieht nach Kenntnis der GZO AG keine Geldzahlung an die Aktionärsgemeinden durch die Thurmed AG vor.
Braucht es für die Umsetzung des Thurmed-Angebots eine Übertragung der Leistungsaufträge?
Nein, da es sich beim Angebot der Thurmed AG um eine Beteiligung an der bestehenden GZO AG handelt, ist eine Übertragung der Leistungsaufträge nicht erforderlich.
Wann besteht Gewissheit darüber, ob das Thurmed-Angebot die Dividendenerwartung für die Gläubiger der GZO erhöht?
Wir erwarten Gewissheit hierüber im Spätsommer, wenn die zuständigen Organe der Aktionärsgemeinden dem Thurmed-Angebot zugestimmt haben.
Warum wurde nicht schon früher, beispielsweise an den Gemeindeversammlungen, transparent über die Verhandlungen mit Thurmed informiert?
Wir führen seit Monaten Gespräche mit Gläubigern und potenziellen Investoren. Die Gespräche werden vertraulich geführt. Ein bindendes Beteiligungsangebot seitens Thurmed AG liegt seit dem 10. Juli 2026 vor und konnte entsprechend erst zum jetzigen Zeitpunkt kommuniziert werden.
Wie geht es nun weiter?
Die beiden Angebote werden über den Sommer geprüft. Im Anschluss wird über das weitere Vorgehen informiert. Die definitive Nachlassstundung dauert bis zum 19. Dezember 2026. Bis dahin hat die GZO AG maximal Zeit, eine Lösung mit den Gläubigern zu finden.