Aufbauend auf der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Hausärztenetzwerk mediX limmimed und dem Spitalverband Limmattal sowie den ansässigen Spitexorganisationen und Pflegezentren entsteht eine gemeinsame Plattform, die medizinische, pflegerische und soziale Angebote noch besser miteinander verbindet.
Im Mittelpunkt stehen die Menschen der Region – mit dem Ziel, ihnen die richtige Versorgung zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu ermöglichen. Die Gesundheitsversorgung verändert sich grundlegend: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und die zunehmende Verlagerung medizinischer Leistungen in den ambulanten Bereich erfordern eine engere Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg.
Das Gesundheitsnetz Limmattal schafft dafür eine verbindliche Struktur und bündelt die bereits vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen der Region. Regierungsrätin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion, begrüsst die Gründung des Vereins Gesundheitsnetz Limmattal: «Eine gut koordinierte Versorgung und eine starke Hausarztmedizin sind zentrale Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. Die Akteure vor Ort kennen die regionalen Bedürfnisse am besten, um die Versorgung weiterzuentwickeln. Mit ihrem Engagement übernehmen sie eine wichtige Vorreiterrolle.»
Das Gesundheitsnetz versteht sich als neutrale, gemeinwohlorientierte Plattform. Es erbringt selbst keine medizinischen Leistungen und ersetzt keine bestehenden Angebote. Vielmehr vernetzt es Hausarztmedizin, Spital, Spezialversorgung, Spitex, Pflegeinstitutionen, Gemeinden und weitere Partner, um gemeinsame Versorgungspfade zu entwickeln, Übergänge zu verbessern, allfällige Versorgungslücken zu schliessen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden.
«Wir verfügen im Limmattal bereits über starke Partner und eine etablierte Zusammenarbeit. Mit dem Gesundheitsnetz schaffen wir nun den verbindlichen Rahmen, um diese Stärken noch gezielter für die Menschen unserer Region einzusetzen», sagt Dr. Philippe Widmer, stellvertretender Direktor des Spitalverbands Limmattal.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung und Entlastung der Hausarztmedizin als tragender Säule der ambulanten Grundversorgung. Durch gemeinsam entwickelte Versorgungspfade und besser abgestimmte Prozesse zwischen den Leistungserbringern sollen Patientinnen und Patienten künftig möglichst nahtlos begleitet werden – von der Hausarztpraxis über das Spital bis hin zur Pflege und Betreuung zu Hause oder in Langzeitpflegeeinrichtungen.
«Entscheidend ist, dass wir die Versorgung stärker aus Sicht der Patientinnen und Patienten und ihren medizinischen Bedürfnissen denken. Wenn die verschiedenen Akteure enger zusammenarbeiten, profitieren sowohl die Menschen als auch die Fachpersonen, die sie betreuen», erklärt Dr. med. Katrin Stöckle, Verwaltungsratspräsidentin von mediX limmimed.
Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Gemeinden zu. Sie sollen gemeinsam mit den Leistungserbringern in die Gesundheitsversorgung im Limmattal eingebunden werden und ihre Kenntnisse über die lokalen Versorgungsbedürfnisse einbringen. Die Vereinsform bietet dafür eine schlanke, unabhängige und nicht gewinnorientierte Trägerstruktur, in der unterschiedliche Partner gleichberechtigt sind und eigenständig bleiben.
Das Gesundheitsnetz steht mit den Limmattaler Gemeinden in Bezug auf deren mögliche Mitgliedschaft und Rolle im Austausch. Im nächsten Schritt werden weitere regionale Akteure eingebunden und konkrete Handlungsfelder angegangen. Im Vordergrund stehen dabei die Verbesserung der Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, die Koordination von Pflege- und Betreuungsangeboten sowie die Entwicklung gemeinsamer Lösungen für den zunehmenden Versorgungsbedarf einer älter werdenden Bevölkerung. Auch der sinnvolle Einsatz digitaler Lösungen und die gemeinsame Qualitätsentwicklung gehören zu den möglichen Themenkomplexen des Netzwerks.