Mit praxisorientierten Massnahmen und innovativen Ansätzen unterstützt UAW Lebensmittelunternehmen dabei, das Ziel des offiziellen Branchenaktionsplans zu erreichen: die Halbierung der Lebensmittelabfälle. Im Mittelpunkt stehen der Wissenstransfer an Fach- und Führungskräfte sowie massgeschneiderte Tools und Schulungen. Das dafür entwickelte Food Save Management (FSM) bietet Küchenbetrieben unkomplizierte und effektive Möglichkeiten, Lebensmittelabfälle zu analysieren, zu reduzieren und langfristige Verbesserungen zu erzielen. Für die Umsetzung ist keine kostspielige technische Ausstattung notwendig eine einfache Messstation mit Küchenwaage und praktischen Behältern reicht aus.
Vom Problem zur Chance
«Die Branche befindet sich im Wandel: Immer mehr Betriebe setzen sich intensiv und strategisch mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinander. Besonders erfreulich ist, dass Food Waste heute nicht mehr nur als Problem gesehen wird. Vielmehr erkennen Betriebe darin unter dem Stichwort Food Save eine Chance, gezielt Kosten zu senken und sich nachhaltig zu positionieren», sagt Alexander Pabst, Leiter Food Service bei UAW. Valentin Holenstein ergänzt aus seiner Erfahrung als Berater im Bereich UAW Food Service: «Die wirksamsten Massnahmen gegen Food Waste in Spitälern und Heimen liegen im Alltag. Wenn die Pflege konsequent in Food-Save-Projekte eingebunden wird, Bestellungen möglichst kurzfristig erfolgen und mit klar definierten Portionsgrössen gearbeitet wird, lassen sich Abfälle deutlich reduzieren. Entscheidend ist zudem der aktive Austausch zwischen Küche, Pflege und Service. Selbst einfache Anpassungen etwa Kaffeemaschinen auf den Etagen statt Kannen zeigen messbare Effekte. Am wichtigsten bleibt jedoch der Faktor Mensch: Gut geschulte und sensibilisierte Mitarbeitende sind der stärkste Hebel gegen Lebensmittelabfälle.»
Positive Praxiserfahrungen
Dominic Aeschbacher, F & B Director bei Senevita in Muri bei Bern, berichtet: «Dank dem Food Save Management konnten wir unseren Food Waste erstmals gruppenweit einheitlich erfassen und gezielt Massnahmen ableiten sowohl auf Betriebsebene als auch für die gesamte Gruppe. Die Erkenntnisse fliessen nun in unsere jährlichen Messungen ein. Die Zusammenarbeit mit dem UAW-Team war jederzeit konstruktiv und zuverlässig.»
Michael von Passavant, Nachhaltigkeitsverantwortlicher der Universitären Altersmedizin Felix Platter in Basel, ergänzt: «Durch das Erfassen und Sichtbarmachen der Lebensmittelabfälle mit dem Food Save Management haben wir viel über unseren Food Waste gelernt. Die gemeinsam mit den Mitarbeitenden und UAW abgeleiteten Massnahmen führten sofort zum gewünschten Erfolg. Wir werden FSM weiterhin nutzen, um uns kontinuierlich zu verbessern.» Auch die Privatklinik Wyss konnte ihre Lebensmittelabfälle mit Food Save Management um 40 Prozent reduzieren. Dies gelang vor allem durch gezielte Kommunikationsmassnahmen, etwa mit Informationstafeln im Bereich der Mitarbeitendenverpflegung. Das Beispiel zeigt, dass FSM seinen grössten Nutzen entfaltet, indem es das Bewusstsein für Food Waste im gesamten Betrieb schärft. Die Datenerfassung und Analyse wirken oft wie ein Augenöffner und ebnen den Weg für einen nachhaltigen Kulturwandel. Betriebe, die das Programm erfolgreich abschliessen, werden mit einer Zertifizierung ausgezeichnet, die ihr Engagement sichtbar macht und Teams langfristig motiviert.
Food Save Management (FSM) für Spitäler und Heime
2025 wurde FSM in sämtlichen Betrieben der Senevita in der Schweiz ausgerollt. 2026 wird FSM in 14 Spitälern und Heimen umgesetzt, neun davon im Rahmen von Food Save Zürich, einem Projekt der Stadt Zürich, Stadt Winterthur und des Kantons Zürich zur Reduktion von Lebensmittelabfällen.
Bewährte Food-Save-Massnahmen in Spitälern und Heimen:
- Pflege in Food-Save-Projekte einbeziehen sie kennt die Patientenbedürfnisse am besten
- Bestellungen möglichst kurzfristig aufnehmen
- Mit klar definierten Portionsgrössen arbeiten
- Aktiven Austausch zwischen Küche, Pflege und Service fördern
- Kleine Veränderungen nutzen, etwa Kaffeemaschinen auf den Etagen statt Kannen
- Faktor Mensch stärken: Schulung und Sensibilisierung sind zentral für nachhaltige Reduktion.