Das Alters- und Pflegeheim der Zukunft


In nächster Zeit werden europaweit viele neue Alters- und Pflegeheime gebaut. Menschen werden älter. Was wird in Zukunft benötigt? Wie können und wollen wir im Alter leben? Wichtige Fragen, die bereits heute für die Planung des Alters- und Pflegeheims der Zukunft von Bedeutung sind.

Dr. Sylvia Blezinger


Die bestehenden Alters- und Pflegeheime wurden oft noch frei nach den Ideen der Betreiber und Architekten gestaltet. Mittlerweile setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass verstärkt auf die Bedürfnisse der Bewohner geachtet werden sollte. Inzwischen liegen valide Forschungsergebnisse dazu vor, wie alte und/oder kognitiv eingeschränkte (z. B. demente) Menschen ihre Umgebung wahrnehmen (können). Es geht also nicht mehr nur allein um die Qualität der Pflege, sondern auch um die Lebensqualität der Bewohner.

Die alternde Bevölkerung
Der Altersquotient, das heisst die Zahl der Personen ab 65 Jahren pro hundert 20- bis 64-Jährige, erhöht sich von 27,5 im Jahr 2010 auf 53,1 im Jahr 2060. Laut Bundesamt für Statistik wurden 2010 140 000 Menschen in Alters- und Pflegeheimen betreut. Im Jahr 2030 könnten in der Schweiz bereits 230 000 Menschen leben, die auf Pflege angewiesen sind. Zurzeit finden interessante Diskussionen über die Zukunft des Alters- und Pflegeheims statt. Verschiedene Modelle werden realisiert oder sind in Planung. Im Prinzip gibt es folgende Möglichkeiten: Inklusion: Alte und/oder demente Menschen leben zusammen mit jungen Menschen verschiedener Generationen. Exklusion: Alte und/oder demente Menschen leben in separaten/eingezäunten Bereichen. Beide Modelle und die Variationsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben, haben Vor- und Nachteile. Es lohnt sich jedoch, den Blick über den Tellerrand zu wagen und die verschiedenen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, genauer zu betrachten.


Kleinmassstäbliche Wohnformen Niederlande
In den Niederlanden wird zurzeit die sogenannte kleinmassstäbliche Wohnform diskutiert beziehungsweise bereits gebaut. Dieses Modell unterstützt das Bedürfnis vieler Menschen, so lange wie möglich selbstbestimmt und im «eigenen » (wenigstens so weit wie möglich privaten) Wohnraum zu leben. Das Architekturbüro Wiegerinck aus Holland hat dazu einige Modelle entwickelt: Aus den «Bausteinen» eines normalen Hauses (Eingang/Flur, Wohnzimmer, Küche, Bad, Schlafzimmer, Garten/Terrasse) wurden Modelle für Wohngruppen (Gruppengrösse: 6–8) entwickelt, in denen sich die Bewohner möglichst heimisch fühlen sollen. Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass bei den alten und/oder kognitiv eingeschränkten Menschen oft das Bedürfnis nach Privatsphäre abnimmt, es für die Angehörigen aber wichtig ist, dass Oma einen eigenen Raum hat. Auch Überlegungen dieser Art fliessen in die Konzepte ein.

Future Sølund Dänemark
In Dänemark wird zurzeit das grösste und visionärste Alters- und Pflegeheim des Landes gebaut. Hier wird auf ein Zusammenleben in unterschiedlichen Gebäuden gesetzt. Die Tagespflege ist dabei auf der ruhigsten und sonnigsten Seite angelegt, mit Blick auf einen kleinen Park mit See. Die Altenwohnungen sind alle mit eigenen Vorgärten im Erdgeschoss platziert. Die Wohnungen für Jüngere befinden sich in einem separaten Gebäude, das einen privaten Zugang von der Strasse zum Alters- und Pflegezentrum bildet.

Heidelberg Village Deutschland
Noch weiter in Richtung Inklusion geht das preisgekrönte Modell des Heidelberg Village, das zurzeit in Deutschland gebaut wird. Gerontologische Erkenntnisse, die zeigen, dass es für ältere Menschen besonders wichtig ist, dass sie sich auch um andere, jüngere kümmern können, sollen in dem Wohnkonzept berücksichtigt werden. Auf rund 15 000 Quadratmetern werden 162 Wohneinheiten in einem besonderen Quartierteil entstehen, der sowohl durch seinen bautechnischen Facettenreichtum als auch als nachhaltiger Lebensraum überzeugen will. Es werden Service-, Pflege- und Betreuungsleistungen für alle Menschen des Quartiers angeboten. Egal, ob pflegebedürftig oder nicht. Eine eigene Vermietungsgesellschaft wacht darüber, dass Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft, genauso wie Menschen mit und ohne Behinderung einziehen.

Einsatz von Technik
Auch wenn sich alte Menschen oft schwer tun mit moderner Technik, kann sie doch zu ihrem Nutzen eingesetzt werden. Die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat vor vier Jahren eine Studie veröffentlicht, nach der sich die Bewohner durch elektronisch höhenverstellbare Elemente in der Nasszelle selbständiger bewegen konnten. Hilfestellungen beim Aufstehen und Hinsetzen entfielen fast komplett. Das Pflegepersonal konnte effizienter eingesetzt werden. Dies wird vor allem in Hinblick auf die Personalknappheit in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen.

Der Einsatz der neuen Technologien verlangt von den Verantwortlichen Weitsicht und Wissen in diesem Bereich, das man sich möglichst frühzeitig aneignen sollte. Zudem ist eine durchdachte Einbindung oder Zusammenführung der neuen Assistenztechnologien mit den vorhandenen Standardlösungen wichtig. Mit der modernen Technik kann auch der Lichteinsatz individueller gestaltet werden. Im Vorzeigeprojekt Sonnweid in Wetzikon wurden im Neubau circadiane Lichtquellen installiert, um den Tagesablauf der Bewohner unterstützend zu strukturieren. Doch nicht nur beim Einsatz in Alters- und Pflegeheimen wird die Technik in Zukunft eine grössere Rolle spielen, sondern auch dabei, dass der Auszug aus dem eigenen Haus verhindert oder zumindest deutlich verzögert werden kann. Notfallknöpfe, die am Körper getragen werden, sind inzwischen jedem bekannt. In Zukunft werden vielleicht SmartWatches diese Funktion unauffällig übernehmen. Bereits heute sind Sensoren, die im Haus angebracht werden, eine sichere und bezahlbare Alternative zum Aufenthalt im Heim. Sogar ohne direkte Aktion der Bewohner kann so automatisch ein Alarm ausgelöst und Hilfe angefordert werden. Doch woher kommt die Hilfe? Wer übernimmt die qualifizierte Überwachung? Hier könnten sich zukünftig die Alters- und Pflegeheime engagieren. Sie kennen die Bedürfnisse dieser Personengruppe am besten.

Heime und Spitäler Ausgabe 2 Mai 2016

EVENTS

Lebensmitteltag

Die führende schweizerische Lebensmittelfachtagung von bio.inspecta und SQS

Datum: 18. April 2024

Ort: Luzern (CH)

Hannover Messe

Transfoming Industry Togheter

Datum: 22.-26. April 2024

Ort: Hannover (D)

Altenpflegemesse

Leitmesse für die Pflegewirtschaft

Datum: 23.-25. April 2024

Ort: Essen (D)

Control

Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung

Datum: 23.-26. April 2024

Ort: Stuttgart (D)

SBK Kongress

Kongress vom Berufsverband der diplomierten Pflegefachpersonen der Schweiz

Datum: 02.-03. Mai 2024

Ort: Bern (CH)

ICV Gesundheitstagung Schweiz

Controlling im Spannungsfeld von Innovation, Kostenmanagement und digitaler Transformation.

Datum: 07. Mai 2024

Ort: St. Gallen (CH)

HealthEXPO

Gesundheit, New Health Care und Zukunftsform

Datum: 25. Mai 2024

Ort: Basel (CH)

drupa

Weltweit führende Fachmesse für Drucktechnologien

Datum: 28. Mai-07.Juni 2024

Ort: Düsseldorf (D)

Vorsorge-Symposium

Fachmesse 2. Säule sowie ein Vorsorge-Symposium

Datum: 5. - 6. Juni 2024

Ort: Zürich (CH)

ArbeitsSicherheit Schweiz

Fachmesse für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Datum: 05.-06. Juni 2024

Ort: Zürich (CH)

Achema

Internationale Leitmesse der Prozessindustrie

Datum: 10.-14. Juni 2024

Ort: Frankfurt am Main (D)

Swiss Medtech

Mastering Complexity

Datum: 11. Juni 2024

Ort: Bern (CH)

PFLEGE PLUS

Die Fachmesse PFLEGE PLUS bringt Fachbesucher mit ausstellenden Unternehmen, Branchenverbände sowie Experten des Pflegemarkts zusammen.

Datum: 14.-16. Mai 2024

Ort: Stuttgart (D)

MedtecLIVE with T4M

Fachmesse für die gesamte Wertschöpfungskette der Medizintechnik

Datum: 18.-20. Juni 2024

Ort: Stuttgart (D)

Blezinger Healthcare

9. Fachkonferenz – Das Pflegeheim der Zukunft

Datum: 20.-21. Juni 2024

Ort: Luzern (CH)

Blezinger Healthcare

9. Fachkonferenz - Das Pflegeheim der Zukunft

Datum: 20.-21. Juni 2024

Ort: Luzern (CH)

e-Healthcare Circle

Immer wieder wird erzählt, welche positiven Wirkungen Digitalisierung auf das Gesundheitswesen haben kann.

Datum: 21. Juni 2024

Ort: Zürich (CH)

all about automation

Fachmesse für Industrieautomation

Datum: 28.-29. August 2024

Ort: Zürich (CH)

maintenance Schweiz

Schweizer Fachmesse für industrielle Instandhaltung und Facility Management

Datum: 28.-29. August 2024

Ort: Zürich (CH)

Blezinger Healthcare

14. Fachkonferenz – Das Spital der Zukunft

Datum: 10.-12. September 2024

Ort: Bern (CH)

Immohealthcare

Ein Treffpunkt für die Healthcarebranche

Datum: 18. September 2024

Ort: Basel (CH)

FachPack

Europäische Fachmesse für Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik

Datum: 24.-26. September 2024

Ort: Nürnberg (D)

Rehacare

Die REHACARE ist die internationale Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege.

Datum: 25.-28. September 2024

Ort: Düsseldorf (D)

Ilmac Lausanne

Networking. Forum. Aussteller

Datum: 25.-26. September 2024

Ort: Lausanne (CH)

Ilmac

Fachmesse für Prozess- und Labortechnologie

Datum: 18.-19. September 2024

Ort: Lausanne (CH)

IN.STAND

Die Messe für Instandhaltung und Services

Datum: 08.-09. Oktober 2024

Ort: Stuttgart (D)

Chillventa

Weltleitmesse der Kältetechnik

Datum: 08.-10. Oktober 2024

Ort: Nürnberg (D)

SIAL

Fachmesse für Nahrungsmittel-Innovationen

Datum: 19.-23 Oktober 2024

Ort: Paris (F)

ZAGG

DER BRANCHENTREFFPUNKT MIT RELEVANTEN GASTRO-TRENDS

Datum: 20.-23. Oktober 2024

Ort: Luzern (CH)

IFAS

Fachmesse für den Gesundheitsmarkt

Datum: 22.-24. Oktober 2024

Ort: Zürich (CH)

ALL4PACK EMBALLAGE

The global marketplace for Packaging Processing Printing Handling

Datum: 04.-07. November 2024

Ort: Paris (F)

5. Future Food Symposium

 «Made in Switzerland - Gute Partnerschaften für mehr Ernährungssouveränität»

Datum: 8. Februar 2024

Ort: Online-Event (CH)

Medica

Die Weltleitmesse der Medizinbranche

Datum: 11.-14. November 2023

Ort: Düsseldorf (D)

AUTOMA+

Pharmaceutical Automation and Digitalisation Congress 2024

Datum: 18.-19. November 2024

Ort: Geneva (CH)

Swiss Handicap

Nationale Messe für Menschen mit und ohne Behinderung.

Datum: 29. November-1. Dezember 2024

Ort: Luzern (CH)

BioFach

Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel

Datum: 11.-14. Februar 2025

Ort: Nürnberg (D)

Gastia

Die Fach- und Erlebnismesse für Gastfreundschaft

Datum: 23.-25. März 2025

Ort: St.Gallen (CH)

TUTTOFOOD

Internationale B2B-Messe für Food & Beverage

Datum: 05.-08. Mai 2025

Ort: Mailand (I)

LABVOLUTION

Europäische Fachmesse für innovative Laborausstattung und die Optimierung von Labor-Workflows

Datum: 20.-22. Mai 2025

Ort: Hannover (D)

Automatica

Die Leitmesse für intelligente Automation und Robotik

Datum: 24.-27. Juni 2025

Ort: München (D)

Oils + fats

Leitmesse der Öl- und Fettindustrie in Europa.

Datum: 15.-19. September 2025

Ort: München (D)

Swiss Medtech Expo

Fachmesse und Symposium: Inspiration, Weiterbildung und Netzwerk

Datum: 16. - 17. September 2025

Ort: Luzern (CH)

AM Expo

Fachmesse und Symposium: Inspiration, Weiterbildung und Netzwerk

Datum: 16.-17. September 2025

Ort: Luzern (CH)

CMS Berlin

Internationale Leitmesse für Reinigung und Hygiene

Datum: 23.-26. September 2025

Ort: Berlin (D)

POWTECH

Pharma.Manufacturing.Excellence

Datum: 23. - 25. September 2025

Ort: Nürnberg (D)

Anuga

Weltweite Ernährungsmesse für Handel und Gastronomie/Ausser-Haus-Markt

Datum: 04.-08. Oktober 2025

Ort: Köln (D)

A + A

Messe und Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Datum: 04.-07. November 2025

Ort: Düsseldorf (D)

igeho

Internationale Branchenplattform für Hotellerie, Gastronomie, Take-away und Care

Datum: 15.-19. November 2025

Ort: Basel (CH)

Pumps & Valves

Die Fachmesse für industrielle Pumpen, Armaturen & Prozesse

Datum: 26. - 27. November 2025

Ort: Zürich (CH)

interpack

Führende Messe für Prozesse und Verpackung

Datum: 07.-13. Mai 2026

Ort: Düsseldorf (D)

Bezugsquellenverzeichnis