«Wir müssen die Leistung zum Patienten bringen»


Das Prozessoptimierungssystem IXPRA sowie «Lean Hospital» sind für das Spitalzentrum Biel keine Fremdwörter. Im Gegenteil: In Pilotprojekten werden beide Methoden auf Herz und Nieren geprüft. Bruno Letsch, Vorsitzender der Geschäftsleitung, zieht ein erstes Fazit und berichtet über Erfahrungswerte.

Interview: Christoph Hämmig

Das Spitalzentrum Biel hat sich am Projekt Spital der Zukunft von GS1 beteiligt. Was waren die Beweg gründe dazu?
Bruno Letsch: Wir glauben, dass Qualität, Sicherheit und Zufriedenheit für die Patientinnen und Patienten künftig noch an Bedeutung zunehmen werden. Die Spitäler müssen Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit verbessern. Das gelingt nur, wenn wir die Prozesse beherrschen. Um dies zu erreichen, testen wir das Prozessanalyse-Modell IXPRA. Dieses Instrument hilft uns, unsere Prozesse zu verbessern und so beispielsweise die Medikationssicherheit zu erhöhen.


Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Projekt?
Bruno Letsch: Die Erfahrungen sind sehr positiv. Für uns war wichtig, dass das Modell gut verständlich und die Durchgängigkeit zwischen verschiedenen Verantwortlichkeitsbereichen sichergestellt ist. Hinsichtlich der Medikationssicherheit wurden verschiedene Aspekte umgesetzt. Zum Beispiel haben wir die Medikamentenrichtzone auf einer Pilotbettenstation physisch abgetrennt. Dadurch können die Mitarbeitenden ungestört arbeiten, was die Fehlerquellen reduziert. Zusätzlich haben wir die Aufgabenverteilung zwischen Apotheke und Pflege, das heisst den Pharma-Assistentinnen und den Pflegefachpersonen auf der Station, analysiert. Daraus ergab sich, dass wir den Pharma-Assistentinnen mehr Verantwortung bei der Bewirtschaftung der Stationsapotheken übertragen können, weil sie in diesem Bereich über mehr Kompetenz verfügen. Ferner wurde vor der Medikamentenabgabe im Patientenzimmer ein neuer Schritt eingebaut: Anhand der elektronischen Patientenakte wird vor Ort nochmals überprüft, ob es sich um das richtige Medikament und die richtige Dosierung für die richtige Person handelt. Und: Alle Patienten in unserem Spital erhalten neu ein personalisiertes Armband, damit ihre Identität jederzeit zweifelsfrei überprüft werden kann.

Wann wird IXPRA im Spitalzentrum Biel eingeführt?
Bruno Letsch: Wir werden die Methode in weiteren Projekten testen. Wenn alles zu unserer Zufriedenheit verläuft, werden wir das System flächendeckend im ganzen Spital einführen.

Wie kommt IXPRA beim Personal an?
Bruno Letsch: Insgesamt gut. Die betroffenen Mitarbeitenden der Apotheke und auf der Station können die neuen Abläufe besser nachvollziehen, denn diese wurden gemeinsam festgelegt und dokumentiert.


An der diesjährigen Immohealthcare haben Sie das Projekt «Lean Hospital» vorgestellt. Welches sind die wichtigsten Aspekte?


Bruno Letsch: Das IXPRA-Modell haben wir mit dem Projekt «Lean Bettenstation» sehr gut kombinieren können. Zusammengefasst geht es darum, dass wir alle Prozesse auf das Wohl der Patientinnen und Patienten ausrichten wollen. Das Stichwort heisst «Mehr Zeit haben für die Patienten» – was deren Zufriedenheit steigert. Ferner geht es um die Erhöhung der Qualität und der Sicherheit. Zusätzlich wollen wir der Verschwendung von Material und anderen Ressourcen vorbeugen.

Wie wird diese Zielsetzung erreicht?
Bruno Letsch: Das ist eine Kombination von verschiedenen Massnahmen. Eine davon: Wir haben die Abläufe auf der Pilotbettenstation so verändert, dass die Pflegefachleute kürzere Wegstrecken zurücklegen müssen und weniger mit logistischen Arbeiten betraut sind. Das Ergebnis ist, dass sie sich intensiver um die Patienten kümmern können.

Heisst das auch, dass sie mittel fristig Personal-Ressourcen sparen können?
Bruno Letsch: Das ist nicht unsere Absicht, weil wir ja wachsen wollen. Die Prozessoptimierungen erlauben es uns, dass unsere Mitarbeitenden mehr und bessere Leistungen erbringen können. Auf der Lean-Bettenstation haben wir beispielsweise kein Stationsbüro im herkömmlichen Sinne mehr. Wir haben Pflegetandems gebildet, die jeweils für sechs bis acht Patienten verantwortlich sind und diese im Stundentakt besuchen. Zusätzlich sieht der Patient in seinem Zimmer an einer Pinnwand den Tagesablauf sowie die für ihn verantwortlichen Personen. Durch diese Massnahmen erreichen wir, dass die Patienten besser informiert sind und intensiver betreut werden.

Ab welcher Spitalgrösse lässt sich die Idee des Lean Hospitals realisieren?
Bruno Letsch: Das Prinzip, das wir anwenden, hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Wirtschaft bereits bewährt. Jetzt hält es Einzug in der Spitalwelt. Wir haben es auf unseren Betrieb adaptiert und dabei den Besonderheiten eines Spitals Rechnung getragen. Grundsätzlich lohnt sich das System für jedes Spital. Die Grösse spielt dabei keine Rolle.

Wie sieht für Sie persönlich das Spital der Zukunft aus?
Bruno Letsch: Es wird anders organisiert sein, weniger auf die internen Abläufe und Funktionen ausgerichtet, sondern auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten fokussiert. Kurz ausgedrückt: Der Patient muss die Leistung nicht abholen, sondern wir bringen die Leistung zum Patienten. Heute müssen Patienten in den Spitälern oft noch weite Wege gehen oder transportiert werden. Künftige Krankenhäuser werden noch viel konsequenter unterschiedliche Zonen aufweisen, beispielsweise für Behandlung, Bettenstation, Logistik und Administration. Das wird bedingen, dass neue Spitäler anders gebaut werden und wir moderne Informationstechnologien noch viel intensiver nutzen. Einiges wird und soll jedoch gleich bleiben: Das Spital wird nach wie vor eine Institution sein, in der Patienten eine optimale medizinische Dienstleistung erhalten und auf qualitativ höchstem Niveau betreut werden – nicht von Robotern, sondern von Menschen.

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Bezugsquellenverzeichnis