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Internationale B2B-Messe für Food & Beverage
Datum: 05.-08. Mai 2025
Ort: Mailand (I)
«Spitäler scheuen Aufwand, um Kosten zu senken.» Dieser Vorwurf sorgte in den letzten Wochen in den Medien für Schlagzeilen. In diesem Zusammenhang regt Dr. Enea Martinelli, Chefapotheker und Leiter Einkauf im Spital Interlaken, Importe aus dem Ausland an. Wo die Schwierigkeiten und Vorteile im Parallelimport liegen und wo in den Spitälern Geld gespart werden kann, erklärt der 48-Jährige im Interview.
Interview: Christoph Hämmig
Seit Einführung der neuen Spitalfinanzierung stehen die Spitäler unter erhöhtem wirtschaftlichem Druck. Wo können Spitäler Kosten sparen?
Dr. Enea Martinelli: Generell lassen sich in drei Bereichen Einsparungen erwirken. Ein Sektor ist der Einkauf von medizinischen Produkten, Medikamenten, Lebensmitteln etc. Ein weiterer Bereich betrifft die Prozessoptimierungen. Wer schlanke Strukturen schafft, kann das Personal effizienter einsetzen. Der Personalsektor ist denn auch der dritte Bereich, wo Kosten minimiert werden können.
Wo ist das Einsparpotenzial am grössten?
Dr. Enea Martinelli: Der Materialeinkauf liegt im Durchschnitt bei etwa 20 Prozent der Gesamtausgaben. Wenn ein Spital in diesem Bereich Einsparungen von beispielsweise 20 Prozent erzielen kann, macht das auf die Totalausgaben nur vier Prozent aus. Der grösste Hebel liegt somit beim Personalaufwand, der 75 bis 80 Prozent der gesamten Kosten ausmacht.
Obwohl Kosteneinsparungen in der Gesundheitsbranche ein grosses Thema sind, greifen eingeleitete Massnahmen oft nur ungenügend. Warum ist das so?
Dr. Enea Martinelli: Institutionen wie Spitäler und auch Heime sind tendenziell träge Betriebe. Bis sinnvolle Anpassungen greifen, braucht es Zeit. Das Ziel kann ja nicht einfach Leistungsabbau sein – das wäre rasch umsetzbar, aber wenig erfolgreich, weil dann auch die Einnahmen fehlen. Vielmehr geht es darum, die gleichen hochstehenden Leistungen wie bisher kosteneffizienter anzubieten.
Kürzlich wurde publik, dass einige Spitäler beim Einkauf von medizinischen Produkten den Aufwand scheuen, Kosten zu sparen. Was läuft hier falsch?
Dr. Enea Martinelli: Da muss ich ganz präzise werden: Sie scheuen sich nicht, Kosten zu sparen. Sie scheuen sich, Parallelimporte zu machen und im Ausland einzukaufen. Bei einem kleinen Spital ist dies betreffend DRG nicht systemrelevant. Der gesamtschweizerische Durchschnitt im Kostenaufwand für eine bestimmte Diagnosegruppe ändert sich dadurch nicht gross. Darum ist der Parallelimport für die kleinen Spitäler attraktiv. Sie können sich in dieser Nische einen Vorteil verschaffen. Bei einem grossen Spital ist das anders. Wenn ein Grossspital im Ausland einkauft, straft es sich und alle anderen Spitäler, indem das ganze Kostengewicht für alle Spitäler in der Schweiz zusammensinkt.
Vor allem grossen Spitälern fehlt also ein Anreiz, um Kosten zu sparen. Wenn die Einkaufsverantwortlichen günstiger einkaufen, kann das eine tiefere Fallpauschale zur Folge haben. Was kann diesem Teufelskreis entgegengesetzt werden?
Dr. Enea Martinelli: Das ist sehr schwierig, weil das System nicht dafür ausgerichtet ist – das System wurde ja ursprünglich nicht zur Kosten-, sondern zur Qualitätskontrolle konzipiert. Konkret müsste ein echtes Anreizsystem für Spitäler etabliert werden. In der Praxis könnte das so aussehen: Wenn ein Spital ein Produkt X in Y einkauft, erhält es mehr vergütet. Kurz: Wenn das Spital am Einkaufserfolg partizipieren könnte – und nicht bestraft wird –, wäre eine Motivationsbasis geschaffen. Eigentlich müssten die Krankenkassen ein solches System begrüssen, weil sie dadurch auch Kosten sparen könnten.
Zurück zum Parallelimport: Welches sind die grossen Herausforderungen, wenn Spitäler im Ausland einkaufen wollen?
Dr. Enea Martinelli: Da gilt es zwischen Medikamenten und Medizinprodukten zu unterscheiden. Medikamente können kaum im Ausland bezogen werden. Da bestehen für ein Spital, das selber aktiv werden will, gesetzlich zu hohe Hürden. Für Medikamente mit Patentschutz ist der Import ausgeschlossen, und ausgerechnet die machen den grössten Kostenblock aus. Bei Medizinprodukten hingegen ist das möglich, wobei verschiedene Hürden genommen werden müssen. Erstens muss man einen Händler finden, der das Gewünschte in der notwendigen Menge zuverlässig liefert – und das ist gar nicht so einfach. Auch hier haben kleine Spitäler gegenüber den grossen einen Vorteil. Ein weiterer Knackpunkt ist die Haftungsfrage. Rechtlich gesehen haftet nicht primär der Hersteller im Ausland, sondern der Importeur. Wenn wir als Spital importieren, liegt die Haftung bei uns. Einfacher ist es also, wenn ich einen Schweizer Importeur finde. In unserem Falle beschreiten wir beide Wege. Anfügen möchte ich noch, dass der Faktor Zeit nicht zu unterschätzen ist. Der Aufwand und damit auch die internen Kosten, um im Ausland einzukaufen, ist etwa viermal höher, als wenn ich die Produkte in der Schweiz beziehe. Diesen höheren Aufwand muss ich mit dem tieferen Preis deutlich kompensieren können.
Was für Medizinalprodukte kaufen Sie im Ausland ein?
Dr. Enea Martinelli: Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Herzschrittmacher. Wenn wir dieses Produkt für eine stationäre Behandlung brauchen, profitieren wir: Der importierte Schrittmacher kostet 4 500 Franken, in der Schweiz zahlen wir dafür 10 000 Franken. Aber: Die meisten Herzschrittmacher werden ambulant eingesetzt. Für diesen Fall lautet die Vergütungsregel: Einstandspreis plus 10 Prozent. In der Praxis heisst das: Die Krankenkasse vergütet uns für den internen Aufwand auf ein in der Schweiz gekauftes Produkt 1 100 Franken, für das importierte hingegen nur 400 Franken, obwohl unser Aufwand deutlich höher ist. Hier fehlt klar der Anreiz für Importe, weil uns die Kassen mit geringeren Vergütungen abstrafen. Das ist sehr bedauerlich.
Wie viel Geld sparen Sie pro Jahr durch Importeinkäufe ein?
Dr. Enea Martinelli: Import ist für uns nur Mittel zum Zweck: Wir wollen einfach Kosten sparen und Druck machen auf die Preise. Wenn es auch anders geht, umso besser. Manche Schweizer Anbieter senken die Preise, wenn wir mit Import «drohen» oder Produkte tatsächlich im Ausland beziehen. Jetzt zur eigentlichen Frage: Durch Importe sparen wir jährlich zwischen 300'000 Franken und einer halben Million. Im Verhältnis zu den 15 bis 20 Millionen Franken, die wir pro Jahr für Einkäufe ausgeben, macht das nur einen kleinen prozentualen Anteil aus. Aber dafür können wir in einem anderen Bereich unter Umständen 4 bis 5 Arbeitsstellen weiter erhalten – und das macht Sinn.
Welche Importpolitik verfolgen Sie konkret?
Dr. Enea Martinelli: Am einfachsten zu importieren sind Lagerartikel wie Infusionsbestecke, Blutentnahmesysteme etc. Dazu ein Beispiel: Früher zahlten wir für ein Infusionsbesteck Fr. 1.25. In Deutschland kaufen wir das gleiche Produkt für 86 Rappen ein. Der Unterschied mag minim sein. Da wir pro Jahr aber 70'000 Stück benötigen, macht es sich trotzdem bezahlt. Schwierig ist es hingegen mit den teuersten Medizinprodukten wie orthopädischen Implantaten und mit kardiologischen Produkten. Die Crux liegt darin, dass diese Produkte rasch verfügbar sein müssen und die Zeit für den Import ganz einfach fehlt.
Wir haben bisher über die Spitalapothe ken gesprochen. Haben Sie auch Tipps, wie Alters- und Pflegeheime den Einkauf von medi zinischen Produkten optimieren können?
Dr. Enea Martinelli: Das hängt vom jeweiligen Finanzierungsmodell ab. Wenn die Heime mit einer Teilpauschale arbeiten, dürfte der Sparanreiz auch nicht so hoch liegen, ausser im Bereich von Inkontinenzprodukten. Was jedoch Sinn macht, wenn Heime für einen gemeinsamen Einkauf mit einem regionalen Spital zusammenspannen.
Internationale B2B-Messe für Food & Beverage
Datum: 05.-08. Mai 2025
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Perlen der Langzeitpflege – verborgene Potenziale enthüllen
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