Einfach, sicher, wirksam


Breite Pflegesortimente für die professionelle Anwendung haben in Heimen und Spitälern eine lange Tradition. Gefragt sind Produkte für spezifische Anwendungen etwa bei Allergien, Unverträglichkeitenoder speziellen Krankheitsbildern. Entsprechend gewinnt die zertifizierte Naturkosmetik in Heimen und Spitälern an Bedeutung. Das Potenzial ist aber erst ansatzweise ausgeschöpft.


Peter Jossi

Breite Pflegesortimente für die professionelle Anwendung haben in Heimen und Spitälern eine lange Tradition. Parallel zur steigenden Nachfrage in Konsummärkten gewinnt nun auch die zertifizierte Naturkosmetik in Heimen und Spitälern an Bedeutung. Das Potenzial ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Mit der Professionalisierung der Branche und der breiteren Vermarktung in verschiedensten Kanälen im Verlauf der vergangenen Jahre stehen nun breitere Sortimente für die spezifischen Ansprüche der professionellen Anwendung in der Pflege zur Verfügung, sei es zur Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten oder den jeweiligen Krankheits- und Pflegebedürfnissen. Die «Bio Partner Schweiz AG» ist das wichtigste Grosshandelsunternehmen für den Biofachhandel in der Schweiz, in dem auch natürliche Pflegemittel sehr gefragt sind. Im Kosmetik-Sortiment von Bio Partner befindet sich ausschliesslich zertifizierter Naturkosmetik.

Einzelne Pflegeprodukte basieren auf frisch gepresstem Saft der Mittagsblume und einer Kombination aus natürlichen Ölen.

Schweizer Biogrosshandel ist bereit
Gehören zu den Kunden auch Abnehmer aus Heimen und Spitälern? Susan van Osch, bei Bio Partner für Marketing und Kommunikation zuständig, erklärt dazu: «Wir sehen grundsätzlich ein gutes Ausbaupotenzial. Bio Partner hat bisher keinen speziellen Fokus auf den Naturkosmetik-Verkauf an Heime und Spitäler gelegt. Die entsprechenden Umsätze sind daher bisher eher bescheiden. Allerdings sind diese 2014 markant gewachsen. Professionell wird vor allem Handseife in Spendern eingesetzt.» Heime und Spitäler nutzen die Vorteile von Bio Partner als Bio-Vollsortimenter und kombinieren ihren Bezug von Lebensmitteln für die Spitalrestauration und Kioskbetriebe mit der Non-Food-Bestellung für die Reinigung und Naturkosmetik für die Pflege.

Mittagsblume und diverse Öle
«Im Bereich der professionellen Reinigung sehen wir noch ein gutes Potenzial. Ein Teil des Naturkosmetik-Umsatzes fliesst wohl am ehesten in die Spitalshops, welche Naturkosmetik an Patienten und Besucher verkaufen», ergänzt Susan van Osch.

Die in der Schweiz von der WALA Schweiz GmbH vertriebenen Naturkosmetik-Artikel von «Dr. Hauschka» führt eine Produktelinie für spezifische Hautpflege-Anwendungen: «Dr. Hauschka Med». Die Produkte sind auf die Bedürfnisse sehr trockener und neurodermitischer Haut ausgerichtet. «Sie basieren auf dem frisch gepressten Saft der Mittagsblume - Mesembryanthemum crystallium – und einer Kombination verschiedener natürlicher Öle wie Avocadoöl, Mangobutter, Sheabutter sowie Mandel- und JojobaÖl», umschreibt Melania Gehrig, Medien- und Kommunikationsverantwortliche, die spezielle Pflegelinie für professionelle Anwendungen.

Aromapflege im Klinik und Pflegebereich
Seit fast 30 Jahren vertrauen Kunden aus dem Klinik- und Pflegebereich auf die kraftvolle Wirkung der ätherischen Öle des deutschen Vermarkters «Primavera Life». Vergleichbare Produkte bieten auch die Schweizer Unternehmen «Aromalife» und «Farfalla». Tanja Gusinde von «Primavera Life» zu den Vermarktungserfahrungen: «In immer mehr Kranken- und Pflegeeinrichtungen werden diese wohltuenden, rein pflanzlichen Öle heute in konventionelle medizinische Therapien und Versorgungsleistungen integriert. So entstanden unzählige, individuell auf das Pflegebedürfnis abgestimmte Produkte, meist durch das Einmischen ausgewählter ätherischer Öle in ein Trägeröl.» Aus diesem Grund bietet der Aromatherapieexperte «Primavera Life» seit November 2014 für Kliniken, Altenpflegeeinrichtungen, Therapiepraxen, Krankenhausapotheken und Heilpraktiker neue Produkte für die häufigsten Anwendungsbereiche in der Grund- und Behandlungspflege an.

Beispiel für Pflegemittel: Dr. Hauschka mit der sogenannten Med-Linie.

Eigene Rezepturen
Das individuelle Mischen erfordert nicht nur gute Kenntnisse der vielfältigen Wirkweisen reiner Pflanzenstoffe, sondern auch Zeit. «Genau diese möchten die Fachpflegekräfte lieber direkt für den Patienten nutzen und nicht für vorbereitende Tätigkeiten aufwenden wie Einlesen, Abwiegen und Anmischen», ergänzt Tanja Gusinde. «Darüber hinaus bestehen oft rechtliche Unsicherheiten beim eigenständigen Erstellen von Rezepturen.» Fertig gemischt und in praktischen Einheiten für häufigen Einsatz, beinhalten die vier Massageöle dabei ausschliesslich rein vegane Rohstoffe aus kontrolliert-biologischem Anbau.

Naturkosmetik und Biokosmetik

Das BDIH-Prüfzeichen für «kontrollierte Naturkosmetik» stellt seit über einem Jahrzehnt eine vertraute Konstante im immer grösser werdenden Angebot an natürlichen, pflanzlichen und biologischen Kosmetika dar. Eingeführt wurde es im Februar 2001 durch den BDIH in enger Zusammenarbeit mit namhaften Naturkosmetikherstellern. Das Prüfzeichen garantiert den Einkäufern, dass zur Herstellung der zertifizierten Produkte ausschliesslich Rohstoffe eingesetzt werden, die den strengen Vorgaben, dem sogenannten «BDIH-Standard», entsprechen. Unabhängige Kontrollinstitute prüfen die angemeldeten Pflegeprodukte auf ihre Inhaltsstoffe und Zusammensetzung. Nur Erzeugnisse, die den strengen Kriterien entsprechen, dürfen das Prüfzeichen «BDIH-Standard» für kontrollierte Naturkosmetik tragen.
www.ionc.info/



Heime und Spitäler Ausgabe 5 Dezember 2016