Live-Zufriedenheitsmessung vor Ort


Spitäler haben die Chance, eine nachhaltige EBITDA-Marge zu erzielen und bestehende Ressourcen patientenorientiert einzusetzen. Helfen kann dabei die Marktplattform Xatena, die den Lieferanten-Markt für Spitäler und Heime transparenter macht und Bestellprozesse digitalisiert.

▶ VINCENT IRRLING

Spitäler und Kliniken stehen unter exponentiell ansteigendem Kostendruck. Der Krankenhausreport in Deutschland hat das gerade wieder bestätigt; die PWC Studie zur Finanzlage der Spitäler in der Schweiz zeigt durchwegs zu tiefe Rentabilitäten. Auch der Fachkräftemangel wird sich weiter verstärken. Die Ambulantisierung führt bereits heute zu einem niedrigeren Umsatz bei einigen Spitälern, dieser Trend wird sich fortsetzen. Gleichzeitig steigt der Aufwand, um den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. Das führt zum Beispiel zu einem höheren Zulassungsaufwand, und damit zu geringeren Innovationen und höheren Preisen für neue Produkte.

Spitalmanager haben drei Möglichkeiten, ihr Ergebnis zu optimieren. Erstens, den Umsatz steigern. Wobei durch die Ambulantisierung eher das Gegenteil der Fall ist. Zweitens, den grössten Kostenblock reduzieren, die Personalkosten. Bei einem Fachkräftemangel muss man aber eher davon ausgehen, dass Jobs wieder attraktiver werden müssen, was zu steigenden Kosten führen wird. Drittens, den zweitgrössten Kostenblock reduzieren, die Sachkosten. Mittelfristig liegt hier noch viel Potenzial.

Der Frage, der wir nachgehen ist, wie kann man Spitäler oder deren Einkaufsgemeinschaften dazu befähigen, mittelbis langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten, ohne ihre Kernkompetenzen oder ihre Verantwortung im Einkauf abzugeben? Eine Problemstellung, die andere Branchen mithilfe von spezialisierten, digitalen Plattformen für Einkauf und Supply-Chain-Management gelöst haben. Gesundheitsversorger verdienen es, die gleichen Möglichkeiten für das Management von Sachkosten, Versorgungssicherheit, Abläufen, Compliance und Beziehungen zu haben, wie andere Branchen.

Datenanalyse und Prozessdigitalisierung
Xatena hat sich zum Ziel gesetzt, Spitäler bestmöglich auf die bestehenden und zukünftigen Anforderungen vorzubereiten. Das bedeutet folgende Punkte zu beachten: Erstens, der Einkauf arbeitet mehr datenbasiert, wofür eine zentrale Plattform benötigt wird, um Struktur und Kosten des eigenen Warenkorbs zu analysieren. Diese Insights können anschliessend über das B2B-Netzwerk realisiert werden.

Zweitens, die operative Bestellabwicklung wird von der Bestellanforderung, über die Lieferung der Ware, bis zum Verbrauch am Patienten digitalisiert und weitestgehend automatisiert. Das steigert deutlich die Transparenz und Sicherheit der Prozesse, was zu besseren Stammdaten (und wiederum mehr Insights) und letztendlich zu einer sichereren Patientenversorgung führt.

Drittens entlasten digitalisierte Workflows die Mitarbeitenden von administrativen Aufgaben und steigern die Qualität der wertschöpfenden Tätigkeiten. Zum Beispiel kann durch die digitalisierte Antragsverwaltung auch Zeit beim medizinischen Personal gespart werden, da es aufgrund einer einfachen und qualitativ hochwertigeren Erfassung weniger Rücksprachen benötigt.

Die Möglichkeit der plattformbasierten Digitalisierung von Einkauf- und Supply-Chain ist die realistischste Chance für Gesundheitsversorger und deren Einkaufsgemeinschaften, ihre Kosten langfristig zu reduzieren und gleichzeitig reputationsbedrohende Risiken zu minimieren. Wenn das realisiert ist, kann der Einkauf den hohen Anforderungen gerecht werden.

Vincent Irrling ist Leiter der Geschäftsentwicklung und des Vertriebs der Xatena AG. Er hat einen MBA-Abschluss der Universität St.Gallen (HSG) und war sechs Jahre in der Medizintechnikindustrie tätig, zuletzt als Globaler Produktmanager.



HEIME & SPITÄLER 3 AUGUST 2019