Einzigartiger Neubau für die Zukunft

Die Universitäre Altersmedizin Felix Platter ist schweizweit die führende universitäre Institution für die gesundheitlichen Bedürfnisse älterer Menschen. Zur bestmöglichen Behandlung und Betreuung entstand ein hochmoderner Neubau, der im April den Betrieb aufnimmt.

▶ TEAM FELIX PLATTER

Alter heisst Zukunft. Im Zuge des demografischen Wandels gibt es immer mehr ältere Menschen, die länger vital bleiben und so lange wie möglich selbstbestimmt leben möchten. Das stellt den Gesundheitsbereich, in dem Prävention und Frühdiagnostik einen immer grösseren Stellenwert einnehmen, vor neue Herausforderungen. Wichtige gesundheitliche Themen im Alter sind die Hirnleistung, die Beweglichkeit und die Ernährung – und somit die Schwerpunkte der Universitären Altersmedizin Felix Platter.

Der siebenstöckige Neubau (2. UG bis 4. OG) ist eines der am schnellsten realisierten Spitalprojekte der Schweiz. Die Stationen des Neubaus bieten viel Raum und natürliches Tageslicht. FOTO: FRANK BLÜMLER, DEREK LI WAN PO

Die bisherige Situation des 1967 erbauten Felix-Platter-Spitals entsprach nicht mehr den baulichen, betrieblichen und infrastrukturellen Anforderungen. Daher beschloss der Verwaltungsrat der Universitären Altersmedizin Felix Platter im Jahr 2012, die Planung eines Neubaus für die stationären und die ambulanten Kompetenzbereiche auszuschreiben. Der Neubau sollte moderne Leistungen, die exakt auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sind, sowie effizientes Arbeiten ermöglichen. Die verschiedenen Leistungsbereiche der Institution hatten sich im Laufe der Jahrzehnte auf einzelne Gebäude auf einem grossen Areal verteilt. Stand 2019: Die Universitäre Altersmedizin Felix Platter vereint heute in einem neuen, kompakten Baukörper die Bereiche Akutgeriatrie, Alterspsychiatrie und Rehabilitation unter einem Dach, ebenso die Memory Clinic, das Basel Mobility Center und die Tagesklinik. Integriert im Neubau ist auch eine Hausarztpraxis.

FOTO: FRANK BLÜMLER, DEREK LI WAN PO

Vom alten zum neuen Gebäude
Der Neubau ist eines der am schnellsten realisierten Spitalprojekte der Schweiz. Die Umsetzung des Verwaltungsratsentscheids – Gesamtleistungswettbewerb, Planung, Realisierung – dauerte von 2013 bis 2019, also nur knapp sechs Jahre. Die Anforderungen an den Bau lauteten unter anderem: optimale betriebliche Abläufe, Nutzungsflexibilität sowie wirtschaftliche Betriebs- und Unterhaltskosten. Im Jahr 2014 wurde der Sieger des Wettbewerbs eruiert, im Jahr darauf der Grundstein für den Neubau gelegt. So entstand ein siebenstöckiger Komplex (2. UG bis 4. OG) mit einer patientenzentrierten Organisation, optimaler Infrastruktur und hochmoderner ICT. 280 Betten in insgesamt 176 Patientenzimmern bedeuten eine Zunahme von knapp 40 Betten gegenüber bisher. Im vierten Obergeschoss befindet sich eine exklusive Privatstation.

Innovativ in Planung, Realisierung und Betrieb

Im Bereich der Digitalisierung wurde Pionierarbeit geleistet. Als europaweit erstes Projekt dieser Grösse wurde der Neubau mithilfe der Methode Building Information Modeling (BIM) entwickelt. BIM beschreibt einen modellbasierten, transparenten Planungsprozess, der alle beteiligten Fachsektoren bis ins kleinste Detail digital miteinander verbindet. Austausch, Nutzung und Weiterverarbeitung aller Daten sind als Liste, Tabelle oder 3-D-Modell möglich. Das minimiert Risiken, optimiert Zeitpläne wie auch Kosten und führt zu einem besseren Ergebnis.

Bessere Arbeitsabläufe gleich höhere Behandlungsqualität
Neben den diagnostischen, medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Angeboten sind auch die räumlichen Bedingungen von grosser Bedeutung. Viele Abläufe sind im Neubau interdisziplinär und patientenzentriert angedacht. Dadurch verkürzen sich einige fachbezogene Behandlungswege – oder entfallen ganz. Zahlreiche Abteilungen rückten im Vergleich zum Altbau näher an die Aufnahmestation heran. Neben den ambulanten Bereichen betrifft dies beispielsweise die Alterspsychiatrie. Viele Leistungen werden den Patienten heute auf den Stationen und im Patientenzimmer geboten – so etwa das EKG. Zusammen mit der mobilen elektronischen Patientendokumentation reduziert dies auch deutlich den Organisations- und Dokumentationsaufwand für die medizinischen und pflegerischen Fachkräfte. Mit dem interprofessionellen Klinik-Informationssystem (KIS) sind die Mitarbeitenden dazu bestens vernetzt, Krankheitsverläufe oder koordinative Aufgaben können von allen Beteiligten jederzeit eingesehen werden.

Das neue Therapiebad ist ein wichtiger Teil der Physiotherapie bei Felix Platt er. FOTO: FRANK BLÜMLER, DEREK LI WAN PO


Ausbau von Therapiemöglichkeiten
Die Wege von den Pflegestationen zu den Patientenzimmern sind effizient angelegt. Die Bereiche zwischen den Stationen auf einer Ebene können als Therapieräume zur Rehabilitation genutzt werden. Die Sitznischen auf den Korridoren übernehmen hierbei eine Doppelfunktion: Die Patienten können sich ausruhen, und die Therapeuten können die Nischen für ihre Arbeit mit den Patienten nutzen. Überhaupt wird der Therapie im und rund um den Neubau viel Platz eingeräumt. Die Gänge wurden mit speziellen Handläufen ausgestatt et, an denen Patienten mit und ohne Therapeuten rehabilitative Übungen ausführen können. Der Kräutergarten ist mit dem Therapiegarten kombiniert und orientiert sich alltagsrealistisch an den Bedürfnissen der Patienten. Verschiedene Bodenformen und -beläge, zum Beispiel mit Kieselsteinen oder Holzbrett ern, wurden angelegt, Hochbeete ermöglichen die Gartentherapie, Outdoor-Trainingsgeräte laden zu Sport an der frischen Luft ein und eigens installierte Tramein- und -ausstiege inklusive Tramschienen simulieren Situationen im öff entlichen Verkehr. Durch die kompakte Bauweise mit allen medizinischen Bereichen unter einem Dach, die für den nahen Kontakt zwischen Fachkräft en und Patienten sorgt, ergeben sich vermehrt Aussenfl ächen und dadurch Fenster für angenehme Blicke ins Freie. Der begrünte Innenhof steigert das Wohlbefi nden von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden. Ebenfalls für eine entspannte Atmosphäre sorgt die Beleuchtung: Sensoren regeln die Farbtemperaturen und passen die Lichtverhältnisse dem natürlichen Tageslicht an.

Komplexer Umzug

Der Umzug vom Altbau in den Neubau wurde bis ins letzte Detail geplant. Der Umzug begann bereits im Dezember 2018 mit den Verwaltungseinheiten. Etappenweise folgten die weiteren Bereiche und Abteilungen. Im Januar 2019 startete dann ein Testbetrieb: Alle Arbeitsläufe wurden vorab mit Statisten detailliert durchgespielt, um die neuen Betriebsabläufe kennenzulernen. Danach folgten Schulungsparcours für die Mitarbeitenden. Die Patienten werden Ende März auf die neuen Stationen verlegt, sodass im April der komplett e Betrieb in den Neubau transferiert sein wird.

Felix-Platter-Neubau
45'823 m2 Bruttogeschossfläche
23'577 m2 Hauptnutzfläche
7 Geschosse (2. UG–4. OG)
8 Pflegestationen
176 Patientenzimmer
280 Betten (maximale Kapazität: 307)



HEIME & SPITÄLER 1 MÄRZ 2019