Das intelligente Pflegepflaster

Anfang 2019 kommt das intelligente Pflegepflaster moio.care auf den Markt. Das smarte Monitoring entlastet Pflegende und bietet mehr Sicherheit für Bewohner und Patienten.

▶ FLORIAN FELS

Der Fachkräftemangel in der Pflege erschwert die Aufsicht über alle Patienten und Bewohner. Moio.care ist ein smartes Hilfsmittel, das den Arbeitsalltag von Spital- und Heimpersonal erleichtert, da es akuten Assistenzbedarf signalisiert. Auch Angehörige im Privathaushalt, die beispielsweise Demenzkranke pflegen, unterstützt moio dabei, Pflege und Alltag zu vereinen. Das Monitoring der Patienten, bei dem nur bei Bedarf ein Ruf aktiviert wird, verkürzt und rationalisiert Routinen, sodass Kapazitäten an anderer Stelle frei werden. So entfällt zum Beispiel das regelmässige nächtliche Umlagern, solange moio eine ausreichende Bewegung des Patienten registriert. Dagegen wird ein Ruf aktiviert, wenn ein gebrechlicher Patient vom Bett aufzustehen versucht. Das bedeutet Entlastung für die Pflegekraft und für den bettlägerigen oder dementen Patienten eine erhebliche Aufwertung der Lebensqualität.

So funktioniert moio.care
Das extrem flache, flexible und weiche Sensormodul ist das Herzstück des moio.care-Systems. In ihm befinden sich alle Sensoren, die Auswertungsintelligenz und das Mobilfunkmodul. Moio sammelt und interpretiert Sensorinformationen wie beispielsweise Körperpositionen und baut erst dann eine Datenverbindung auf, wenn konkreter Handlungsbedarf besteht.

Das Modul wird in einer Pflastertasche über Klebepunkte auf dem Rücken des Patienten fixiert, die circa eine Woche halten. Duschen und Baden stellen dabei kein Problem dar. Die Taschen wurden in enger Zusammenarbeit mit Experten im Wund- und Verbandsbereich entwickelt, sodass eine grösstmögliche Hautverträglichkeit gewährleistet ist. Das Sensormodul ist so befestigt, dass es kaum zu spüren ist und sich nicht einfach entfernen lässt. Sensoren überwachen die Haltung, Körperbewegung und Ortsänderungen des Patienten. So erkennt das moio-Modul beispielsweise, ob der Patient gestürzt ist oder sich aus einem bestimmten Bereich herausbewegt. Über eine App, die auf den Smartphones der Pflegenden installiert ist, werden die Signale des Sensormoduls empfangen Die App zeigt dem Pflegepersonal genau, worum es sich handelt und wo Hilfe benötigt wird. Die Akku-Laufzeit beträgt je nach Konfiguration zwischen vierundzwanzig und achtundvierzig Stunden. Nach eineinhalbstündiger Ladezeit ist der Akku des Sensormoduls wieder betriebsbereit. Es werden zwei Lösungen von moio.care angeboten: für den Privatgebrauch moio.care Home und für die professionelle Pflege moio.care Pro.

Unterschied zu anderen Systemen
Das vollautomatische moio.care-System muss im Vergleich mit gängigen Hausnotrufsystemen nicht manuell ausgelöst werden. Moio.care verfügt ausserdem über ein integriertes Geofencing-System, das sich per App meldet, sobald eine Patientin ihren üblichen Aufenthaltsbereich verlässt. GPS-Tracking-Systeme sind üblicherweise als separate Geräte erhältlich. Durch das Anbringen am Körper des Patienten erscheint moio.care jedoch sicherer, da es nicht wie eine Armbanduhr einfach abgelegt werden kann und durch das GSM-Netz (Global System für Mobile Kommunikation) auch in Gebäuden störungsfrei funktioniert. Das intelligente Pflegeassistenzsystem soll laut Hersteller ab 2019 verfügbar sein, Vorbestellungen werden schon entgegengenommen. Die Module selbst werden vermietet, nicht verkauft. Die Kosten für den Einsatz von moio.care Home im Privatbereich sollen 59,95 Euro monatlich, zuzüglich einer Einrichtungsgebühr von 25,00 Euro betragen. Die Preisgestaltung für moio.care Pro ist noch nicht abgeschlossen. Defekte Geräte werden vom Anbieter kostenlos ausgetauscht. Die App wird über Google Play und Apple Store erhältlich sein.

Florian Fels, Redaktion Heime & Spitäler



HEIME & SPITÄLER 5 DEZEMBER 2018