Sparsame Energie mit Blockheizkraftwerken


Blockheizkraftwerke sind sparsam und umwelt freundlich. Heimen und Spitälern können sie gleich mehrere Vorteile bieten.

Jürgen Schickinger

Herkömmliche Kraftwerke verschenken viel Energie in Form von Wärme. Sie entsteht zwangsläufig, wenn Kohle, Gas oder Öl verbrannt wird, um Strom zu gewinnen. «Diese Wärme zu nutzen, die sowieso als ’Abfall’ anfällt, ist das Grundprinzip der Kraft-Wärme-Kopplung», erklärt Jürg Willi von Avesco Energiesysteme in Langenthal. Blockheizkraftwerke (BHKW) arbeiten mit Kraft-Wärme-Kopplung. Sie holen mehr aus Energieträgern heraus: Während gewöhnliche Kohlekraftwerke höchstens Wirkungsgrade von 40 Prozent erreichen, kommen BHKW auf Werte um 90 Prozent. Denn sie produzieren Strom und Wärme. Wegen ihrer Sparsamkeit amortisieren sich die Geräte rasch. Ausserdem schonen sie Umweltressourcen. Avesco verfügt zudem über ein Patent für «Abgas-Rückführungs-Regelung» bei BHKW. Damit erzielen die Anlagen noch höhere elektrische Wirkungsgrade. Gleichzeitig sinkt der Schadstoffausstoss. Avesco-Systeme sind selbst in Ballungsgebieten und anderen Regionen mit strengen Luftreinheitswerten einsetzbar.

Einnahmen möglich
BHKW verfolgen laut Willi das Ziel, die Abwärme zu verwenden und Geld mit dem erzeugten Strom zu verdienen: Er wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist. «Die Kraftwerke laufen, solange ich Wärme brauche», sagt der Berater im Verkauf. Bei Heimen und Spitälern, die Küchen, Wäschereien oder therapeutische Becken betreiben, ist das fast ständig der Fall. Ein günstiger Umstand. «Je länger die Laufzeiten, desto wirtschaftlicher ist der Betrieb!» betont Willi: BHKW lohnen sich schon ab einem Wärmeleistungsbedarf von 100 Kilowatt (kW) und jährlich rund 4500 Betriebsstunden, wenn der örtliche Strompreis auf jeden Fall doppelt so hoch liegt wie der Gaspreis. Heime und Spitäler haben normalerweise einen höheren Bedarf. Darum rechnet der Fachmann ein weiteres Beispiel durch: Ein Avesco BHKW mit einer Wärmeleistung von 220 kW kostet um 230000 Franken. Es läuft mindestens 80000 Betriebsstunden. Innert dieser Zeit fallen noch einmal etwa 290000 Franken für Wartung, Ersatzteile, Ölwechsel etc. an. «Da sind wirklich alle Kosten enthalten», versichert Willi. Angenommen, das BHKW ist jährlich elf Monate oder 8000 Stunden in Betrieb, dann hat es sich nach weniger als vier Jahren amortisiert, sagt der Experte: «Ab dem fünften Jahr erwirtschaften die Betreiber bereits Gewinn.»

Schon auf Flächen ab 20 Quadratmetern finden Avesco Kompakt BHKW Platz. Hier ein Gerät mit geöffneter Schallkapselung.

60% Wärme, 40% Strom
Ungefähr 30000 Franken mehr kostet dasselbe BHKW mit Katalysator zur «Abgas-Rückführungs-Regelung». Es arbeitet schadstoffärmer, bringt mit 245 kW aber auch eine höhere Wärmeleistung. «Bei der Grundausstattung entstehen rund 60 Prozent davon als Wärme und 40 Prozent als Strom», erklärt Willi. Ausbeute und Verhältnis lassen sich durch zusätzliche Komponenten noch leicht verändern. «Interessant für Heime und Spitäler ist auch, dass sie BHKW im Inselbetrieb fahren können», sagt der gelernte Maschineningenieur. Bei Stromausfällen ist die Grundversorgung somit gewährleistet. Allerdings reagieren BHKW langsamer und können Notstromaggregate nicht komplett ersetzen. «Sie eignen sich für Geräte, die wenige Minuten auf Strom verzichten können – von denen also nicht gerade Menschenleben abhängen», sagt Willi.

Den Bedürfnissen angepasst
Avesco Energiesysteme passt seine Anlagen genau den Bedürfnissen seiner Kunden und vorhandenen Gegebenheiten an. «Bei neuen Anfragen gehen wir zuerst vor Ort und machen Bestandaufnahmen sowie Bedarfsanalysen», sagt Willi. In Preisofferten für massgeschneiderte Systeme fliessen dann weitere Details und spezielle Kundenwünsche ein. Willi hebt hervor, dass die Rentabilität von BHKW selbstverständlich auch davon abhängt, welche Einspeisungsvergütung für Strom ein Betreiber mit seinem örtlichen Energieversorger aushandelt. Ausserdem seien die Kraftwerke kein vollständiger Ausgleich für übliche Heizkessel: «Die brauchen sie weiterhin für die Spitzenwärme.» Was wie ein Nachteil klingt, ist tatsächlich kaum einer: Für Raum-, Boden-, Poolheizungen und dergleichen reichen BHKW locker aus. Mit ihrer Wärme lassen sich im Parallelbetrieb ganz einfach herkömmliche Speicher füttern, über die fast alle Heizanlagen verfügen. «Da funktioniert der Anschluss sehr leicht», sagt Jürg Willi und ergänzt: «Am restlichen System müssen wir so gut wie gar nichts ändern.»