Leasing – interessante Finan zierungs - möglichkeit für Spitäler


Das Schweizer Gesundheitswesen steht heute sowohl unter grossem Kosten- als auch unter Konkurrenzdruck. Investitionen in eine moderne Infrastruktur sind unumgänglich, Leasing bietet dafür eine interessante Finanzierungsmöglichkeit.


Susanna Heckendorn

Seit der Einführung der Abgeltungssystematik mit Fallpauschalen ist der Kostendruck für Spitäler noch weiter gestiegen. Jährliche Vergleiche der Fallkosten sollen aufzeigen, welche Spitäler am wirtschaftlichsten arbeiten. Investitionen müssen heute aus eigenen Mitteln getätigt werden. Der Einsatz modernster Geräte und Anlagen ist ein wichtiger Faktor bei der Personalsuche, aber auch Patienten bevorzugen Spitäler mit einer fortschrittlichen Infrastruktur. Für Gesundheitsinstitutionen ist Leasing, auch mit Blick auf die bilanziellen Auswirkungen, eine interessante Lösung. Leasing ist grundsätzlich nichts Neues. Bereits 1953 wurde in Kalifornien die erste Leasinggesellschaft gegründet. 1964 gründete der damalige Schweizerische Bankverein die erste Leasinggesellschaft in der Schweiz, die Industrieleasing AG. Seit Einführung der Spital finanzierung über Fallpauschalen nehmen Leasinganfragen aus dem Gesundheitswesen deutlich zu.

Seit Einführung der Spitalfinanzierung über Fallpauschalen nehmen Leasinganfragen aus dem Gesundheitswesen zu. (Fotonachweis: Fotolia)

Nach Bedarf: Operating oder Finanzierungs-Leasing
Buchhalterisch gesehen wird Operating Leasing – das Leasing zur Nutzung für die Ausübung des Geschäftszwecks – Miet- und Pachtverträgen gleichgestellt. Wenn Geräte und Anlagen nach Ablauf des Leasingvertrages vom Leasingnehmer übernommen werden, oder wenn diese nach Vertragsablauf gegen eine Restzahlung in den Besitz des Leasingnehmers übergehen, spricht man von Finanzierungsleasing. In jedem Fall bestimmt der Leasingnehmer das Anforderungsprofil für das Leasingobjekt nach seinen spezifischen Bedürfnissen.
Eine interessante Möglichkeit für Hersteller und Händler im Bereich von Medizinaltechnik und -infrastruktur, ist das Vendor Leasing als Absatzfinanzierung. Dieses Leasing wird dem Leasingnehmer direkt zusammen mit dem Objekt angeboten. Abgeschlossen wird das Leasinggeschäft dann mit einer Leasinggesellschaft. Mit dieser vereinbart der Leasingnehmer die Höhe der Leasingraten und die Vertragsdauer. Für den Händler entfällt das Forderungsausfallrisiko, weil die Finanzierungsgesellschaft sofort bezahlt.

Problemlose Finanzierung von Investitionsgütern
Leasingrate und Nutzungsdauer werden über die gesamte Laufzeit festgelegt. Die monatliche Gesamtbelastung für den Leasingnehmer bleibt während der gesamten Laufzeit gleich gross, was die Finanzplanung vereinfacht. Im Gegensatz zum Kauf erfolgt beim Leasing keine Kapitalbindung, die Liquidität bleibt unverändert. Die finanziellen Mittel können anderweitig eingesetzt werden, die Leasingzahlungen werden aus den laufenden Erträgen bezahlt.
Leasing ist im Gesundheitswesen eine zunehmend wichtige, liquiditätsschonende Finanzierungsmöglichkeit. Moderne Geräte und Anlagen lassen sich ohne Eigenmittel und ohne zusätzliches Fremdkapital anschaffen, was unternehmerischen Handlungsspielraum schafft. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, gerade bei den rasanten Entwicklungen im Bereich der Medizinaltechnik. Die feste Kalkulationsbasis und effizientes Cashflow-Management sind wichtige Argumente für das Leasing im Gesundheitswesen. War Leasing im Medizinaltechnik- Markt lange Zeit wenig nachgefragt, ist dieser Bereich seit 2008 deutlich gewachsen.
So verzeichnet auch die Credit Suisse eine deutliche Zunahme von Leasinganfragen. «Leasing eignet sich für Spitäler besonders gut,» so Christian Rigassi, Leiter Corporate Leasing und Factoring Finance, «da die Investition zu 100 Prozent vom Leasinggeber übernommen wird und die Rückzahlung über den Cashflow, sprich Fallpauschalen, erfolgt.»
Leasing eignet sich nicht nur für teure medizinaltechnische Anlagen wie beispielsweise Computertomographen oder MRT (Magnetresonanztomographen). Auch Geräte und komplexe Logistikeinrichtungen und -systeme können über Leasing finanziert werden. Dabei bewegen sich die Leasingsummen von 10000 Franken als Mindestbetrag bis zu 10 Millionen Franken. Die Obergrenze ist primär von der Bonität des Leasingnehmers abhängig.